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Programm

Im Rollstuhl… na und?!

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So offen und ehrlich haben wir noch nie über Behinderung gesprochen.

Eine Woche lang begleitete Tobias Gebhard – unser Neuer vom Morgen –  Volker und Iris Westermann im Rollstuhl, um einen Einblick in ihr Leben zu bekommen. Beide sind aufgrund ihrer Glasknochenkrankheit seit ihrer Kindheit Rollstuhlfahrer und wohnen aktuell in St. Leon-Rot im Rhein-Neckar-Kreis.

Steckbrief: Das sind die Westermanns

  • Volker Westermann (43) veranstaltet Koch-Events in ganz Deutschland
  • Iris Westermann (42) schreibt gerade ihre Doktorarbeit an der Uni
  • Die beiden sind seit 21 Jahren ein Paar
  • Sie wohnen in St. Leon-Rot, im Rhein-Neckar-Kreis
  • Sie reisen gerne um die Welt (Paralympics 2016 in Rio) oder fahren quer durch Deutschland
  • Sie fahren ein umgebautes Auto mit Handgas
  • Die beiden sind Kleinwüchsig (ca. 1,20m) und sitzen seit ihrer Kindheit im Rollstuhl
  • Sie haben die Glasknochenkrankheit
  • Sie wohnen in einem eigenen Haus
  • Beide haben sich bewusst für ein selbstständiges Leben ohne Kinder entschieden

 

Im Rollstuhl... na und?! - Teaser, von kbaumann

Zum Start in die Woche trafen sie sich zum gemeinsamen Frühstück bei den Westermanns. Das Ehepaar, das inzwischen 22 Jahre verheiratet ist und sich bei einem Selbsthilfetreffen für Menschen mit Glasknochen kennenlernte, erzählte, wie sie mit Behindertenwitzen oder dem Begriff „behindert“ als Beleidigung umgehen. Außerdem erklären Iris, die momentan ihr Studium beendet, und Volker, der diverse Kochevents in ganz Deutschland organisiert,  wie sie zu dem Thema Kinderkriegen stehen und weshalb sie beim Sex „den Rollstuhl lieber verlassen“.
 

Im Rollstuhl... na und?! - Frühstück bei den Westermanns, von kbaumann

Da beide durch ihren Job viel unterwegs sind, sind sie oft auch auf Öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Doch bevor es zum Bus oder zur S-Bahn geht, kann schon ein erhöhter Bordstein zu einem Problem werden. Umso überraschter waren alle davon, „dass alle Busse sowohl Rampen, als auch sehr freundliche Busfahrer hatten“ und sie so einfach zu ihrem Ziel kamen.
 

Im Rollstuhl... na und?! - Unterwegs mit Bus und Bahn, von kbaumann

Trotzdem fahren die Westermanns lieber mit dem Auto, „weil es einfach bequemer ist“. In Volkers umgebauten Wagen, zeigt er Tobias wie man mit der Hand fährt und erzählt, dass auch er nicht von Blitzern oder Polizeikontrollen verschont bleibt. Abschließend erklärt er für wie wichtig er es hält, dass: „jeder Mensch mit Behinderung so schnell wie möglich mobil wird“.
 

Im Rollstuhl... na und?! - Autofahren leicht gemacht, von kbaumann

Als Fernsehkoch im Rollstuhl möchte Volker zusammen mit Tobias und den Kindern aus der Nachbarschaft Burger zubereiten und zeigen, wie er seine Küche barrierefrei umgebaut hat. Neben hängenden Schränken zeigt er auch seinen speziell angefertigten Herd, unter den er rollen kann.

Beim Lebensmitteleinkauf fällt allerdings auf, welche Hürden es noch gibt. Um an der Kasse zu zahlen oder an Produkte, die oben im Regal stehen zu kommen, muss man „jemanden anquatschen“. Dabei kommt es aber oftmals zu netten Gesprächen oder witzigen Geschichten. Trotzdem hoffen Iris und Volker auf Einkaufstaschen für ihre E-Rollis oder Rollstühle um den Einkauf noch einfacher zu gestalten.
 

Im Rollstuhl... na und?! - Einkaufen und Kochen, von kbaumann

So endete eine Woche, nach der festzustellen ist, dass ein Leben im Rollstuhl normaler ist als viele denken. Außerdem sagt Volker: „Unsere Behinderung war unser großes Glück, ansonsten hätten wir uns nie kennengelernt.“

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