Norah Jones - "The Fall"

 

Norah Jones - "The Fall"

Nach ihrem 2002er Debütalbum "Come Away With Me" und den Alben "Feels Like Home" und "Not Too Late" kommt nun Norah Jones’ viertes Studioalbum in die Läden. Auf ihrem neuen Longplayer zeigt Norah weitere Facetten ihres sensationellen Talents. Für "The Fall" war eine Rundumerneuerung fällig: Neue Produzenten, neues Team und eine komplett neue Band. Zudem durften neben ihrem langjährigen Co-Autor Jesse Harris, auch neue Songwriter, wie z.B. Ryan Adams ran.

Als sie mit den Arbeiten an ihrer neuen Platte begann, stand Norah an einer künstlerischen Weggabelung: Entweder weitermachen wie bisher oder neues Leben in ihr Schaffen bringen. Norah entschied sich einen neuen Pfad entlangzuwandeln: "Für dieses Album hatte ich einen ganz bestimmten Sound im Kopf. Ich wollte, dass die Grooves präsenter und kräftiger sind. Und ich wollte vor allem auch mal was ganz anderes machen – ich hänge nun schon seit vielen Jahren mit den gleichen Musikern herum, und ich hielt die Zeit dafür gekommen, einmal mit anderen Leuten zu arbeiten und ein wenig zu experimentieren."

Dass sich "The Fall" anders anhört, erkennt man schon an der ersten Single "Chasing Pirates", die schon vor über einem Jahr entstand. Damals lud sich die Sängerin ein paar Freunde in ihr Studio zuhause ein und dort tüftelten sie an einem coolen Drumpart. Für Norah war dies die Initialzünding zu ihrem neuen Stil: "Es nahm eine Richtung, die ich gar nicht erwartet hatte, und das war wegweisend."

Die Sound-Experimente treib Norah unter anderem dadurch weiter, dass sie in ihren Studios sowohl in New York als auch in Los Angeles mit mehreren Sets von Musikern arbeiteten. "Es gibt diesen Song 'Light As A Feather', den ich mit Ryan Adams schrieb", sagt sie. "In diesem Album wollte ich meine Country-Seite außen vor lassen, also musste ich einen Weg finden, wie ich diesen Song hinkriegen könnte, so dass er auch zu den anderen Stücken passen würde. Wir nahmen die Gitarre raus, und dann wurde da dieses verrückte Orgel-Sample daruntergelegt, das klang wie eine Rasierklinge. Das war ein toller Moment - mir wurde bewusst, dass man einfach einige Elemente rausschmeißen kann und dass dadurch oft etwas völlig Neues entsteht."

 

Es befinden sich dreizehn traumhafte Tracks auf dem neuen Album. Im Großen und Ganzen zeichnen sich alle Songs durch ein hervorragendes Songwriting aus. Die Songs klingen etwas rauer als auf ihren Vorgängern. Einzelne Ecken und Kanten in Komposition und Instrumentalisierung lassen die neuen Stücke viel frischer erscheinen. Ob der Silberling auch wieder acht Grammys bekommt, wie "Come Away With Me" muss man erst noch abwarten, aber verdient wäre es mit Sicherheit.

Denn mit dem Werk zeigt Norah Jones, dass sie in die erste Garde der Singer und Songwriter gehört. "The Fall" ist ein außergewöhnliches Album einer außergewöhnlichen Künstlerin.

 

Claus-Peter Rückert,
Musikredaktion

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