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Mädchen von Hund gebissen: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins

Kommt jetzt auch auf uns der Hundeführerschein zu?

In Murrhardt hat sich am Dienstagabend (07.02.) eine Bulldogge von der Leine losgerissen und ein 12-jähriges Mädchen ins Gesicht gebissen.

Das Kind erlitt an der Backe eine leichte Fleischwunde und musste sofort vom Rettungsdienst versorgt werden. Gegen die Hundehalterin wurde eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins, in Baden-Württemberg.

„Viele Halter können ihre Hunde nicht richtig einschätzen“

„Viele Halter können ihre Hunde nicht richtig einschätzen. Die Halterin hatte ihre zwei Hunde nicht unter Kontrolle, ihr Verhalten war absolut fahrlässig und verantwortungslos“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA.  „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mischling’ ist.“

Nachweis kann schwere Unfälle verhindern

Der Hundeführerschein dient dazu, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.

Ziel dieses Nachweises: Hundehalter sollen sachkundig mit ihrem Tier umgehen können und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Um Beißvorfälle zu verhindern, ist eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter unerlässlich. Zudem soll das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung vermitteln, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind. 

Ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben

Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – dort ist der allgemeine Hundeführerschein seit Juli 2013 verpflichtend. Nachweislich konnte dabei nach drei Jahren eine Reduzierung von Vorfällen erreicht werden. Einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2016 zufolge unterstützt mit 65 Prozent eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Einführung des Sachkundenachweises für Hundehalter. 
Wer nach dem 1.Mai 2014 in München einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin seit dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.

Ein weiterer Vorteil der Einführung des Hundeführerscheins: Menschen, welche sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, können so von einem eventuellen Impulskauf abgehalten werden. . Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.

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