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Stars

Von Heidelberg nach Hollywood

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Das ist die Erfolgsgeschichte von Filippo Dülk

Vor zwei Jahren wanderte der Heidelberger Student Filippo Dülk aus Deutschland aus um seinen Traum der Schauspielerei zu verwirklichen. Kürzlich hat der 26-Jährige sein Diplom an der renommierten Schauspiel-Akademie "Stella Adler Academy of Acting and Theater" inmitten der "Craziness" Hollywoods absolviert.

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Hollywood ist die Stadt der Träume. Oder der zerstörten Träume. Jahr für Jahr kommen und gehen tausende Schauspieler aus aller Welt nach Los Angeles, doch nur wenige haben das Glück und den Erfolg um zu bleiben. Das "Streben nach Glück" ist Bestandteil der Verfassung Nordamerikas und auch ein Motto, unter dem Filippo lebt:

Das Leben ist zu kurz. Warum nicht gleich machen, was einem Leidenschaft und Freude bereitet?

In der wenigen Freizeit, die Filippo während seiner "Fulltime"-Ausbildung in den USA hatte, widmete er sich voll und ganz dem "Filmmakeing", das verschiedene Aufgaben wie z.B. „writing, directing und producing“ enthält. Somit gelang es ihm Mitte des Jahres beim Filmfestival "Action on Film" in Las Vegas mit seinem Kurz Film "Hugrakkur (Brave)" als Sieger in der Kategorie "Best Martial Arts Sequence on Film" hervorzugehen.

 
Warum der Funke Schauspiel?
 
Filippo hat schon immer Interesse an den verschiedensten Dingen gezeigt. Er wollte immer Neues entdecken. Doch mit dieser Fähigkeit bzw. diesem Talent, welches Segen und Fluch zugleich sein kann, konnte er sich nach dem Abitur nicht für einen Beruf festlegen:

Wenn man an allem und jedem Interesse zeigt und sich an keinem Arbeitsplatz, Studium, Ausbildung etc. zufrieden, wohl oder gar richtig am Platz fühlt, kann es sehr frustrierend für den persönlichen Werdegang sein. Da kann man sich schnell verirren und den Fokus verlieren. Und das ist in unserer Gesellschaft nicht gerne gesehen.

Dieser Zustand ist jedoch perfekt für die Schauspielerei. Denn ein Schauspieler muss in der Lage sein, sich in jeglichen Beruf, Situation und Person hineinzuversetzen und all dies ohne den Beruf, Situation oder die Person zu beurteilen.

 
Eine schwere Entscheidung
 
Die Idee, alle Stricke aus dem behüteten Umfeld Heidelbergs und der Region zu reißen und endgültig den Schritt nach Hollywood zu wagen, war anfangs sehr erschreckend für den angehenden Jungschauspieler. Die Nachricht seiner deutschen und italienischen Familie und seinen Freunden zu überbringen war schwer. Nur eine Person wusste zu diesem Zeitpunkt von seinem Traum: seine Mutter.

"Sie ist mein treuster und größter Fan", gibt Filippo amüsiert zu. Ohne die absolute Unterstützung und die ständige Mutzusprechung seiner Mutter in diesem wichtigen Moment seines Lebens wäre wohl sein Traum, Schauspielerei in Hollywood ausüben zu können, geplatzt, meint Filippo.

"Die wohl längste Lichterkette der Welt"

Der Zeitpunkt der Anreise war magisch, sagt der 26-Jährige. Bei Nacht über Los Angeles in einem Airbus zu schweben ist eine "Sache für sich". Vom Flieger aus betrachtent, sei L.A. "die wohl längste Lichterkette der Welt". Durch Beverly Hills und Hollywood zu fahren kam ihm irgendwie familiär vor, da jeder schon so manche Ecken, Straßen und Geschäfte auf der großen Leinwand im Kino gesehen hat: "Es ist verrückt, sich an einem wildfremden Ort sofort zuhause fühlen zu können, obwohl man noch nie vorher dort war".

Stella Adler Academy - zwischen Kino und Theater
 
Die Schule "Stella Adler Academy of Acting and Theater" sei nicht für Jedermann, sondern vielmehr eine ernstzunehmende Ausbildung, von der viel individuelle Arbeit abverlangt wird, erzählt Filippo. "Wir starteten mit über zwanzig Leuten und abgeschlossen haben nur wir acht". Die Professoren und Lehrer sind zum größten Teil "aktive Schauspieler, Filmregisseure und Produzenten" und schon lange im "Business". Sie wissen genau, worauf es beim Schauspiel ankommt.

Die sogenannten "Master Teacher" sind diejenigen, die noch unter Stella Adler persönlich das "Handwerk" Schauspiel gelernt haben. Dazu gehört auch Mark Ruffalo, u.a. bekannt als "Hulk" im Kinofilm "Thor Ragnarok". Ruffalo gehört ebenso zu den Leitern der Akademie. "Er schaut schon mal ab und zu vorbei um sicherzustellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht", sagt Filippo.

Sogar Christoph Waltz zog in den 70ern extra nach New York, um mit der "lebenden Legende" Stella Adler zu lernen und die Kunst des Schauspiels zu studieren. Die spezielle Technik, die man an dieser Schule erlernt, ist auf die Phantasie des Menschen fokussiert, erzählt Filippo.

Ein Mensch kann sich alles "vorstellen". Und wenn man sich diese "Vorstellung" oft genug einredet und durch den Kopf gehen lässt, kann diese Vorstellung bzw. Phantasie zur Realität werden. Menschen tun dies mit kleineren Lügen fast täglich im Unterbewusstsein. Die Phantasie oder Vorstellungskraft ist eine sehr starke und anerkannte Methode in der Welt des Schauspiels.

Auf die Frage, welches Medium ihm besser gefalle, Theater oder Film, findet Filippo eine eindeutige Antwort:

Dies sind zwei total unterschiedliche Welten, die beide interessante Vor- und Nachteile mit sich bringen. Theater ist groß und laut. Es ist "bigger than life". Film konzentriert sich mehr auf das innere Leben einer Person. "It's all about what is happening in your eyes". Ich kann auf keines der beiden verzichten. Beide sind spektakulär anzuschauen. Eines zehrt vom anderen und umgekehrt.

Das Land der Schauspieler, Regisseure und aufstrebender Stars
 
Tagtäglich läuft Filippo bekannten Schauspielern, Regisseuren und Produzenten über den Weg: "Im normalen Supermarkt trifft man auf Jennifer Lopez, im Bistro um die Ecke auf Quentin Tarantino, im Fast-Food-Restaurant auf Jonah Hill, im Bauhaus auf Shia LaBeouf und im Nachtleben auf alle zusammen. Sie sind nun mal ganz normale Menschen - nur, dass sie jeder erkennt aber doch nicht wirklich kennt."   

Natürlich ist es sehr inspirierend hier an der Quelle des Geschehens zu sitzen und von den Besten zu lernen. Ich bin jeden Tag dankbar für diesen Traum, den ich Tag ein Tag aus ausleben darf. 

 
Persönlicher Bezugspunkt und Vorbilder

 
Auf die Frage nach seinen Vorbildern, gerät Filippo ins Schwärmen: "Es gibt so viele überragende Schauspieler, da möchte ich jetzt keine Namen nennen. Das würde wohl zu lange dauern. Ich habe eine zu große Liste. Es gibt so viel harte Konkurrenz in diesem Beruf und so viele talentierte Jungschauspieler aus aller Welt gerade hier in Los Angeles. Sie verbessern sich tagtäglich und bewerben sich voraussichtlich um die gleichen Rollen, wie ich.

Ich versuche das "Handwerk" Schauspiel nicht aus dem Auge zu verlieren in einer so riesigen Stadt, die einen oftmals blendet. Meine Ausbildung auf der "Stella Adler Academy of Acting and Theater" hat mich schon sehr gut auf meine Zukunft vorbereitet. Natürlich ist mir bewusst, dass die Arbeit und die wirkliche Berufswelt gerade erst für mich angefangen haben. Mein Weg kann noch sehr holprig werden, insbesondere als, wie meine Uroma immer zu sagen pflegte, "brotloser Künstler".

Ich versuche mein Bestes zu geben und habe meine ersten Schritte hier in Hollywood schon erfolgreich hinter mich gebracht. Nun heißt es ganz einfach am Ball bleiben! Dranbleiben und niemals aufgeben, seinen Träumen nachzustreben!" 

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