Kampf, Spannung und Dramatik- das Duell zwischen den Rhein-Neckar Löwen und Frisch Auf Göppingen bot alles was man sich im Vorfeld von diesem Prestigederby versprochen hatte. Die Löwen waren nach der ersten Hälfte mit 14:10 eigentlich obenauf, nach dem Wechsel kämpfte sich Göppingen jedoch bis auf ein Tor heran. Es folgte eine hochspannende Schlussphase in der Karol Bielecki mit seinem elften Treffer für die Vorentscheidung zugunsten der Lindgren-Sieben sorgte. Am Ende hieß es 28:26 für die Löwen, die mit ihrem zweiten Saisonsieg zumindest vorläufig die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga übernehmen.
Interviews
"Wir wollten und mussten mit zwei Siegen in die Saison starten und dass es gegen Göppingen gleich so gut geklappt hat, stimmt mich positiv." Für Michael Müller war der erste Sieg vor heimischem Publikum enorm wichtig. Trotzdem leisteten sich die Löwen aus Sicht des Rückraumakteurs einen zu langen Hänger im Spiel. Ob für ihn mit den zwei Siegen zum Saisonstart der Druck für das Wildcard-Turnier etwas genommen wurde und wieso er sich um die Qualifikation zur Königsklasse mit dieser Mannschaft keine Sorgen macht, das hören sie in diesem Interview.

"Wir müssen uns bei Karol für seine Tore bedanken, seine Treffer waren der entscheidende Vorteil für uns heute." Für Slawomir Szmal war sein Mannschaftskollege im linken Rückraum der Matchwinner im Derby gegen Göppingen. Wie das Fazit des Torhüters nach der Partie ansonsten ausfiel, was ihn am Saisonstart in der Liga zufrieden stimmt und mit welchem Gefühl er in die Champions League-Qualifikation am Wochenende geht, das hören sie in diesem Interview.
Spielbericht
Die Rhein-Neckar Löwen haben sich nach ihrem zweiten Saisonsieg gegen Frisch Auf Göppingen an die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga gesetzt. Das 28:26 für die Löwen geriet am Ende in der SAP Arena aber fast zur Nebensache, denn die 9993 Zuschauer auf den Rängen hatten in Karol Bielecki ihren Helden des Abends gefunden. Der Rückraumspieler, der nach einem Unfall sein linkes Augenlicht verlor, feierte ein furioses Ligacomeback und stellte unter Beweis, dass er nach wie vor zu den Besten seiner Zunft gehört. Elf Treffer steuerte der polnische Rotschopf zum Sieg seiner Mannschaft bei und wurde in einer spannenden Schlussphase zum Matchwinner der Löwen in diesem Derby. Damit bewahrheitete sich der Satz von Trainer Ola Lindgren nach dem Spiel gegen Balingen, als er Bielecki nicht einsetzte: "Karols Spiele werden kommen" und die Partie gegen Göppingen war sicherlich eines davon. "Es freut mich ungemein für ihn. Er hat diszipliniert gespielt und auf seine Chancen gewartet", so Lindgren nach der Schluss-Sirene in der SAP Arena. Auch auf der anschließenden Pressekonferenz war die Leistung von Karol Bielecki im Fokus:"Schön, dass Karol das erleben darf", freute sich Löwen-Manager Thorsten Storm.
Seine Torgefährlichkeit stellte der Pole gleich in der ersten Spielminute unter Beweis, denn er markierte auch den ersten Treffer der Partie. Nach 50 Sekunden schlug die erste Rückraumrakete von Bielecki ein- 1:0 für die Löwen. Von den Anfangsproblemen wie in der Partie gegen Balingen war im ersten Heimauftritt bei den Löwen nichts zu spüren. Die gefährlichen Rückraumwerfer der Göppinger hatte die Löwen-Defensive um den Mittelblock Lund/Mryhol gut im Griff, dazu gesellte sich ein Slawomir Szmal im Tor mit guter Form. So konnten die Gastgeber leicht Bälle erobern, Tempogegenstöße laufen und lagen bereits in der achten Minute durch drei Gensheimer-Tore und zwei Bielecki-Treffer mit 5:2 vorne. Göppingen konnte den Lauf der Löwen zwar kurz unterbrechen und kam wieder auf ein Tor heran (5:4), doch Lund und Bielecki stellten bis zur 14. Minute wieder den Drei-Tore-Vorsprung her (8:5). Die darauf folgende Unterzahl der Gastgeber nutzte Göppingen erneut, um sich heran zu pirschen (8:7), aber kaum waren die Löwen wieder komplett, nutzten sie auf ihrer Seite die Überzahl, um sich mit 11:7 abzusetzen. Bis zur Pause hielt die Lindgren-Sieben dann dieses Polster, Cupic markierte den 14:10-Pausenstand, der auch durchaus höher hätte ausfallen können.
Nach dem Wechsel stellte Göppingen in der Abwehr um und warf noch einmal alles in die Waagschale. Die Offensivspieler der Schwaben fanden nun öfter Lücken in der Löwen-Defensive, die Lindgren-Sieben gab jedoch zunächst im Angriff immer die passende Antwort und hielt die Gäste auf Distanz. Zehn Minuten vor Schluss war Göppingen jedoch auf ein Tor heran gekommen (24:23) und witterte Morgenluft. Die Partie wurde hitziger, doch in der spannenden Schlussphase waren es erneut die Treffer von BIelecki, die die Löwen endgültig auf die Siegerstraße brachten. Vier der letzten fünf Treffer der Gastgeber gingen auf sein Konto. Die Fans in der Arena wussten dies zu würdigen. Mit lauten "Karol, Karol!"-Rufen wurde der Rückraumakteur in die Katakomben verabschiedet.
Rhein-Neckar Löwen
Szmal, Fritz (42.-52.) – Stefansson (1), Lund (2), Bielecki (11) – Cupic (1), Gensheimer (5/2) – Myrhol (2) – Roggisch, Müller, Schmid (5), Gunnarsson, Groetzki (1). Nicht eingesetzt: Tkaczyk.
Nächste Löwenspiele:
Freitag, 3. September- Sonntag 5. September Champions League Wildcard-Turnier in der Europahalle Karlsruhe
Fr., 3. September 20.15 Uhr Rhein-Neckar Löwen- Gorenje Velenje (SLO)
Sa.,4. September 19.30 Uhr Rhein-Neckar Löwen- Bjerringbro-Silkeborg (DEN)
So. 5. September 17.45 Uhr Rhein-Neckar Löwen- Ademar Leon (ESP)