Die eigene Krabbelgruppe soll's richten: Dass der Sportclub Freiburg in dieser Woche vier Youngsters aus der in Freiburg 'Mösle' genannten Nachwuchsschule mit "langfristigen Profi-Verträgen" ausgestattet hat, zeigt die neue Richtung an beim SC 3.0.
Mit Oliver Sorg (21), Immanuel Höhn (20), Alexander Schwolow (19) und Matthias Ginter (18) wurden blutjunge Kräfte an den Club gebunden, die zwei Tendenzen verdeutlichen: Der Profi-Fußball wird immer schneller, die Protagonisten deshalb jünger; und in Zeiten, in denen schon Dreizehnjährige gesichtet und verpflichtet werden, sorgen langfristige Verträge zumindest für hohe Ablösezahlungen - wenn gereifte Provinztalente später einmal stiften gehen.
Der erst zwei Tage zuvor 18 Jahre alt gewordene Abiturient Ginter hatte dem Sportclub zum Rückrundenauftakt gegen Augsburg am Samstag als Einwechselspieler per Kopfball den 1:0-Sieg beschert; Sorg (nicht verwandt mit Ex-Cheftrainer Marcus Sorg) spielte eine unauffällige 90-Minuten-Partie im Mittelfeld - was für einen blutjungen Bundesligadebütanten einer hohen Auszeichnung gleichkommt.
"Bereits am Wochenende war zu sehen, dass sie ohne große Eingewöhnungsphase in der Bundesliga-Mannschaft mithalten konnten", frohlockte SC-Sportdirektor Dirk Dufner, als die Tinte auf den Jungprofiverträgen noch nicht trocken war. Nach der Ära Finke und der Ära Dutt beginnt nun vielleicht eine Ära mit dem langjährigen A-Jugend-Coach Christian Streich und seinen Schlümpfen.
Ob Freiburg so den Klassenerhalt schafft? Am Sonntag geht's nach Mainz. Auch an der Tuchel-Truppe könnte der Freiburger Kindergarten wie schon an Augsburg mit einem Sieg vorbeiziehen. Das Gewinneressen gibt's dann in der Hipp-Lounge.

Freiburgs bunter Bundesliga-Kindergarten.
Fotos: SC Freiburg