Alltagstipps

Darum solltet ihr euren Kindern niemals einen Klaps geben

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Psychologe: "Geht gar nicht! Absolutes No Go!"

Seinem Kind einen Klaps auf den Hintern geben. Für viele Eltern ein absolutes Unding. Für manche durchaus ein probates Mittel in der Erziehung, obwohl es vom deutschen Gesetz her verboten ist. Psychologe Dr. Andreas Herter warnt davor, seinem Kind physische Gewalt anzutun.

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Erst vor kurzem machte US-Star Robin Thicke Schlagzeilen mit der Aussage "Ich schlage meinen Sohn ganz selten." Der Musiker reagierte mit dieser Aussage auf die Vorwürfe seitens seiner Frau, er habe nicht nur sie, sondern auch seinen Sohn geschlagen. Thick und seine Frau befinden sich in Mitten eines hässlichen Scheidungsverfahrens. Er hat jetzt das Sorgerecht für seinen Sohn verloren.

In den Vereinigten Staaten nichts ungewöhnliches

In den USA ist es von Seiten des Gesetzes erlaubt, seinem Kind einen Klaps zu verpassen. Das wird von Staat zu Staat dann unterschiedlich ausgelegt. Beispiel Texas: Hier entsteht nur eine Anzeige, wenn das Kind Spuren davon trägt, wie einen blauen Fleck. In Delaware dürfen Eltern ihre Kinder nur mit offener Hand einen Klaps verpassen. Die Faust ist verboten. In der Schweiz werden Körperstrafen an Kindern als „gesetzlich erlaubte Handlung“ im Sinne von Artikel 14 des Strafgesetzbuches gewertet, wobei keine Tätlichkeit vorliegen darf. In Deutschland ist es nach § 1631 II BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) Eltern – und natürlich auch anderen Personen wie Lehrern, Babysittern und anderen Aufsichts- bzw. Erziehungspersonen – verboten, Kinder psychisch wie physisch zu verletzen bzw. sie zu erniedrigen. Denn wer ein Kind derart verletzt, verletzt auch dessen Würde und gefährdet nicht selten das Kindeswohl. Die Vorschrift verbietet Eltern aber nicht generell, ihre Sprösslinge bei Fehlverhalten zu bestrafen – schließlich muss ein Kind merken, dass es einen Fehler gemacht hat, um sich weiterentwickeln zu können. So sind etwa pädagogische Maßnahmen wie Taschengeldentzug und Hausarrest in gewissem Rahmen zulässig.

Psychologe rät dringend vom Klaps ab

Auch von psychologischer Seite gibt es bedenkliche Folgen, die bei Kindern bleiben können, wenn der Klaps zum probaten Mittel in der Erziehung wird. "Geht gar nicht! Absolutes No Go!", so Dr. Andreas Herter. "Kinder in ihrer Ehre herabzusetzen durch Gewalt ist eine Züchtigung und eine Nichtwürdigung der Person. Schläge haben noch nie geholfen." Zuneigung, Verständnis und viel Gelduld seien für Herter die Mittel, die in der Erziehung eines Kindes eine Rolle spielen sollten. Außerdem seien die Spätfolgen eine gefährliche Grauzone. "Wenn ein Kind nicht anerkannt wird, verliert es die Selbstachtung und das Selbstvertrauen. Mangelndes Selbstvertrauen, nicht Nein-Sagen können und sich selbst nicht zu behaupten, ist eine der häufigsten Ursachen psychologischer Erkrankungen im erwachsenen Alter", so Dr. Herter.
 

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