Die große Fahrt geht weiter. Rund fünf Jahre nach ihrem Debütalbum setzte das Berliner Duo Ich + Ich eine weitere Zäsur in ihrem kontinuierlichen Produktionsprozess. Trotz stetiger Live-Präsenz lief die Sound- und Songarbeit seit der letzten Platte "Vom selben Stern" im Sommer 2007 ohne Kunstpausen weiter. Die einzigartige Band-Konstellation von Ich + Ich machte es möglich. Mit der Stimme von Ich & Ich haben wir uns mal näher über die anstehende Trennung und Mannheim als Musikhauptstadt unterhalten.
Nach fast drei Millionen verkaufter Alben mit „Ich + Ich“ und sieben Jahren gemeinsamer Arbeit mit Annette Humpe pausiert das Projekt jetzt. Warum und wann haben Sie diese Entscheidung getroffen?
Wir haben selber an uns den Anspruch, musikalisch immer das Beste herauszuholen. Es muss immer gut sein und deswegen wollen wir uns ein bisschen mehr Zeit lassen. Die letzten drei Alben sind immer in direkter Abfolge entstanden. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine kleine Auszeit von Ich+Ich zu nehmen, um uns inhaltliche Gedanken machen zu können, wie das nächste Album musikalisch aussehen kann.
Mannheim eilt der Ruf der Pophauptstadt Deutschlands voraus. Pflegen Sie Kontakte in die hiesige Musikszene?
Mannheim hat hervorragende Künstler zu bieten und insbesondere in den letzten Jahren viele kreative Impulse für die deutsche Popmusik gesetzt. Anfang nächsten Jahres werde ich zusammen mit den Söhnen Mannheims und Xavier Naidoo bei dem Projekt "Wir beaten mehr" zwei Konzerte in Hamburg und Berlin spielen. Mal schauen, was sich daraus noch entwickelt.
Warum ist deutsche Musik mit deutschen Texten wieder so angesagt?
Falls deutsche Musik heute mehr angesagt ist als vor einiger Zeit, dann liegt die Ursache mit Sicherheit daran, dass die Menschen genau verstehen wollen, worum es in dem Song geht. Ehrlich gesagt, habe ich das Gefühl, dass dies aber immer der Fall war. Lediglich die Protagonisten und der Zeitgeist haben sich geändert.
Die aktuelle Tour steht unter einem besonderen Vorzeichen, da Sie die vorerst letzte Ich+Ich Tour sein wird. Wie gehen Sie damit um?
Zum einen ist es nur ein Abschied auf Zeit und zum anderen wird es auch im nächsten Jahr noch einige Ich+Ich Zusatzkonzerte geben. Zunächst freue ich mich auf die anstehenden Open Airs und den Rest lasse ich auf mich zukommen.
Wie sehen Ihre Zukunftsvisionen aus, gibt es schon konkrete Pläne für neue Projekte?
Es wird mit Sicherheit ein Soloalbum von mir in absehbarer Zeit geben. Des Weiteren war ich Projekten mit anderen Künstlern noch nie abgeneigt und ich kann mir vorstellen in der Zwischenzeit mit weiteren Künstlern zusammen zu arbeiten. Zusätzlich werde ich mich auch wieder ein bisschen auf meine Rolle als Produzent und Songwriter für andere Künstler konzentrieren.
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