Querbeet

Das müssen Schottergartenbesitzer in Baden-Württemberg wissen!

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Deswegen ist ein Schottergarten keine gute Idee!

Seit Ende Juli sind Schottergärten in Baden-Württemberg auf Privatgrundstücken verboten. Es gab eine Änderung des Landesnaturschutzgesetzes aus Gründen der Artenvielfalt und vor Allem des Artenschutzes. Jetzt müssen Gärten insektenfreundlich angelegt und begrünt werden.

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Der neu eingefügte Paragraph 21a erlaubt nun keine neuen Schottergärten mehr. Gründe für diese Gesetzesnovelle sind die Einschränkung des Lebensraums von Insekten und die Überhitzung von diesen Schotterflächen. Ein weiterer wichtiger Punkt gegen Schottergärten ist, dass das Wasser dort nicht richtig abfließen kann und die Wärme wieder abgegeben wird. Das Stadtklima verschlechtert sich dadurch.

Was gilt für bereits angelegte Schottergärten?

Schottergärten sind eigentlich schon seit 1995 nicht mehr erlaubt, doch das wissen viele Leute nicht, denn die Schottergärten wurden erst in den letzten Jahren so richtig beliebt. Das Gesetz von 1995 lautet: „Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zuverlässige Verwendung benötigt werden.“ Das heißt für bereits angelegt Schottergärten, dass diese möglicherweise entfernt oder eben umgestaltet werden müssen.
Eigentümer müssen eventuell mit Kontrollen und Anordnungen rechnen. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hofft daher auf Einsicht und dann natürlich auch auf Kooperation. Schottergärten, die vor 1995 angelegt worden sind, dürfen gegebenenfalls bestehen bleiben, hier muss aber der die Baugenehmigung geprüft werden. Wenn Eigentümer eine Fläche einfach geschottert haben, ohne eine eindeutige Genehmigung zu haben, müssen diese Fläche sehr wahrscheinlich verschwinden.

Wie können Eigentümer ihre Gärten umgestalten?

Eine mögliche Lösung für Schottergärten ist der Rindenmulch. Diesen nutzen Insekten und andere kleine Tiere gerne als Lebensraum. Zwar lockt man sich damit eventuell mehr Nacktschnecken an, doch auch hierfür gibt es eine Lösung. Igel und Tigerschnecke sind die natürlichen Feinde der Nacktschnecken. Wenn man sich also diese beiden Tiere im Garten hält, kommt es möglicherweise gar nicht zu einem Nacktschneckenproblem. 
Amseln sind beispielsweise sehr begeistert vom Rindenmulch, weil sie in den verrotteten Schichten nach Würmern suchen. 
Außerdem sind insektenresistente Pflanzen förderlich. Grundsätzlich kann hierbei auf Gräser, Farne und Moose zurückgegriffen werden. Pflanzen halten sich durch Härchen auf den Blättern, Bitterstoffen oder sogar Giften von Schnecken fern. Es eignet sich also, sich solche Pflanzen in den Garten zu pflanzen.

Auf was Sie bei Rindenmulch achten müssen:

Auch bei Rindenmulch gibt es gute und schlechte Qualität. Schlechter Rindenmulch hat viele unterschiedliche Strukturen und es sind beispielsweise Reste von bemaltem Holz zu finden. Dieser Rindenmulch sollte also eher nicht verwendet werden. 
Nicht alle Pflanzen vertragen frischen Rindenmulch und bei der Verrottung verbrauchen sie Stickstoff aber da kann ganz einfach mit Hornspänen nachgedüngt werden. Der Vorteil am Rindenmulch ist, dass er nicht wie Schotterbedeckungen geputzt werden muss, sondern mit neuen Rindenmulch Schichten bedeckt werden kann.

Wildblumen statt Schottergärten
 
Wer ein ganz großes Herz für die Natur hat, kann auch eine komplette Kehrtwende vollziehen und seinen Vorgarten in eine Wildblumenwiese verwandeln. Die braucht auch keine besondere Pflege. Einmal aussähen reicht. Denn nachdem sie einmal abgemäht wurde, sähen sich die Samen selber ein und die Wildblumenwiese wächst noch schöner wieder raus.
 
Ein besonderes Projekt von hier, hat Sören Milan aus Sinsheim angefangen. Er möchte in den nächsten 10 Jahren 1.000.000m2 Wildblumenwiesen pflanzen, damit wir wieder mehr Artenvielfalt bei den Pflanzen und Tieren bekommen. Unter anderen hat er bereits das Flur-/und Flächenamt der Stadt Sinsheim, das Landwirtschafts-/und Naturschutzamt Sinsheim sowie vom Oberbürgermeister Jörg Albrecht volle Unterstützung bei der Aktion. Viele Spieler der TSG Hoffenheim unterstützen ihn ebenfalls. Die ersten 3000m2 Fläche hat Sören Milan bereits eingesäht.
 
Wer ihn unterstützen möchte, kann dies über sein Homepage www.wildblumenwiesen.com tun. WICHTIG:  Die Aktion ist darauf ausgelegt, dass KEIN GEWINN erwirtschaftet wird. Sämtliche Gelder werden nur für die Blumenwiesen eingesetzt. 
 

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