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Wie eine ukrainische Wissenschaftlerin vom HITS den Krieg erlebt

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Ganna Gryn'ovas Vater und Bruder kämpfen, ihre Mutter ist geflüchtet

Ganna Gryn'ova ist Wissenschaftlerin am Heidelberger Institut für Theoretische Studien - und Ukrainerin. Eindrücklich berichtet sie von der Flucht ihrer Mutter, russische Propaganda und emotionalen Momenten.

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Die Bilder sind kaum noch zu ertragen. Russlands Präsident Putin eskaliert den Angriff auf die Ukraine. Gleichzeitig ist die Hilfsbereitschaft beeindruckend. An zahllosen Orten wird gegen den Krieg protestiert. Viele fragen sich: Bringt das eigentlich noch etwas? Fahnen schwenken gegen Panzer? Am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) arbeitet eine Wissenschaftlerin aus der Ukraine. Campus-Reporter Nils Birschmann hat mir ihr über Demos, Propaganda und ihre persönliche Situation gesprochen.

Ihre Mutter ist nach Deutschland geflohen

Ihre Mutter ist in Sicherheit. Nach tagelanger Flucht konnte Ganna Gryn‘ova sie in der Slowakei abholen. Ein Teil der Familie ist nach Polen geflogen, die Mutter lebt nun bei ihr in Heidelberg. Besonders herzzerreißend: Die Großeltern mussten in der Ukraine zurückbleiben, zu beschwerlich wäre die Flucht gewesen. Vater und Bruder sind ebenfalls in der Heimat geblieben – um zu kämpfen

Was die vielfach ausgezeichnete Forscherin besonders schockiert: Selbst der russische Wetterdienst wird für Propaganda manipuliert.

„Der Wetterdienst sagt, es gäbe keinen Wind in Europa und deshalb könnten die Windräder keinen Strom produzieren. Außerdem seien die Temperaturen in Europa sehr niedrig und das Wetter sehr kalt. Die eisige Kälte lässt die Menschen ohne russisches Gas frieren. Außerdem baue die Ukraine und das Pentagon Bio- und Atomwaffen, die Russland bedrohen. All das lernt man vom russischen Wetterbericht.“

Die Meinung der Wissenschaftlerin ist klar: Gingen 140 Millionen Russen auf die Straße, wäre der Krieg in zwei Stunden vorbei.

 

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