Ottis Weltreise

Expedition im Urwald

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Unberührte Natur in der Wutachschlucht im Südschwarzwald

Riesige Bäume, meterhohe Pflanzen, herabhängende Äste und vermooste Steine: Alles sieht aus wie in einem Dschungel in Mittelamerika, dabei liegt die dritte Station meiner Weltreise durch Baden und die Pfalz mitten im Nationalpark Südschwarzwald.

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Dort wo man einen tollen Ausblick auf die Wutach und die Schluchten an ihrer Seite hat, beginnt meine Expedition durch den südbadischen Dschungel. Man nennt diesen Talabschnitt der Wutach ja auch den "größten Canyon" in Deutschland und wenn man hier oben steht, dann ist das schon sehr beeindruckend.

Aber um das Gefühl von Urwald zu bekommen, muss man sich schon etwas weiter hinein wagen über einen der gut ausgeschilderten Wanderwege. Kaum geht man ein Stück weiter, da merkt man schon: Diese Tour lohnt sich. So riesige Farne wie hier habe ich höchstens einmal im Fernsehen gesehen, dazu ist alles saftig grün. Die Pfade sind ganz eng, also man möchte sich am liebsten mit einer Machete durch den Busch schlagen und dann kommt man noch an Punkte, an denen der Pechwurz ganz wild wächst, also das sieht dann so aus wie Seerosenblätter von gefühlt einem Meter Durchmesser , ganz tolle Pflanzen. Und was einem noch den Eindruck von Dschungel vermittelt, das sind dann die Tuffwasserfälle, das sind kleine Wasserfälle über moosbewachsenen Felsen. Da tropft das Wasser dann in kleinen Bahnen hinunter, also es kommt nicht so als großer Schwall runter, sondern in einzelnen kleinen Strahlen, das ist wunderschön. Man möchte sich am liebsten drunterstellen und duschen, so wie man es aus kitschigen Abenteuerfilmen kennt. Aber im Ernst: Dieser Urwald im Schwarzwald empfiehlt sich wirklich, einfach mega.  

 

Mein Geheimtipp: Unbedingt einen Abstecher in die Lotenbachklamm machen. Das ist ein rund 1,5 Kilometer langer Seitenarm der Wutachschlucht mit einer atemberaubenden Pflanzenwelt. Der Lotenbach fließt dort zunächst noch ganz gemächlich zwischen Granitfelsen dahin, um dann nach einigen hundert Metern in die wilde Schlucht mit ihren Wasserfällen, Tosbecken und Felsen einzutreten. Sehr beeindruckend.

 

Den Einstieg zur Lotenbachklamm findet ihr hier:

Wanderparkplatz an der B315
79848 Bonndorf im Schwarzwald 
 

Spannende Insidertipps

Die Wutachschlucht kennt Martin Schwenninger wie kaum ein anderer. Der Förster ist nämlich hauptamtlich Wutach- Ranger, verantwortlich für die Überwachung des Gebiets und damit natürlich ständig hier unterwegs. Auf unserer Tour durch die unberührte Natur der Wutachschlucht hat mir der Insider ein paar interessante Einblicke und Tipps gegeben.  

Los geht es mit einem besonders für Kinder märchenhaften Ort. Wo man diesen finden kann, das hört ihr hier.
 

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Wutachranger_Martin_Schwenninger_Tuffwasserfall.mp3, von Daniel Ott/ Radio Regenbogen

 
Und auch ein Blick zum Himmel lohnt sich in der Wutachschlucht, denn hier gibt es den ein oder anderen besonderen Vogel zu entdecken.
 

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Wutachranger_Martin_Schwenninger_besondere_Voegel.mp3, von Daniel Ott/ Radio Regenbogen

Apropos Entdecken: Zur Erkundung der Region lassen sich auch die Gastwirte rund um die Wutach- Schlucht immer etwas Neues einfallen. Martin Schwenninger verrät ein ganz besonderes Angebot
 

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Wutachranger_Martin_Schwenninger_Uebernachten_mal_anders.mp3, von Daniel Ott/ Radio Regenbogen

Übrigens twittert Martin Schwenninger auch regelmäßig Tipps für Besucher der Wutachschlucht. Hier kann man sich im Vorfeld prima informieren.

 
 

Wissenswertes:

Als Wutachschlucht wird nicht eine einzelne Schlucht bezeichnet, sondern ein enges Tal, das sich rund 33 Kilometer entlang der oberen Wutach erstreckt. Dieses befindet sich im Herzen des Nationalparks Südschwarzwald und erstreckt sich über die Gemarkung der Ortschaften Achdorf, Blumberg, Boll, Bonndorf, Bräunlingen, Friedenweiler, Hüfingen, Lenzkirch, Löffingen, Rötenbach, Stühlingen und Wutach.
In diesem Verlauf des Flusses befinden sich drei große Schluchten, die zwischen 60 und 170 Meter tief sind. Die obere Schlucht im Grundgebirge ist circa 9 Kilometer lang, die mittlere im Hauptmuschelkalk bringt es auf eine Länge von 7,5 Kilometer und die untere Schlucht, der sogenannte „Wotachfühlen“ erstreckt sich über 3500 Meter. Außerdem können entlang der Wutach das Tal von Dietfort und Achdorf sowie zahlreiche Nebenschluchten erkundet werden. Das Gebiet der Wutachschlucht umfasst über 950 Hektar und gilt nicht nur als eine der letzten ursprünglichen Wildflusslandschaften in Europa, sondern auch als Heimat für eine umfangreiche Tier- und Pflanzenwelt. Biologen schätzen, dass fast 10.000 Tierarten in der Wutachregion leben.

Durch die Schluchten und Nebenschluchten führen zahlreiche Wanderwege, ein Einstieg ist an vielen ausgewiesenen Parkplätzen möglich. Auch geführte Touren werden angeboten und das Ganze zu einem erschwinglichen Preis ab 5 Euro. Anmelden kann man sich hierfür bei allen Tourist- Informationen im Hochschwarzwald, auch noch am gleichen Tag bis 10 Uhr. Für Radfahrer und Mountain-Biker ist das Benutzen der Wege verboten und auch für eine Tour mit dem Kinderwagen sind die Strecken nicht unbedingt geeignet. Außerdem sollten die vorgeschriebenen Wegführungen eingehalten werden.

Zugänge zur Wutachschlucht gibt es unter anderem hier:

Schattenmühle (Westlicher Einstieg)
Schattenmühle 1
79843 Löffingen

Wutachmühle (Östlicher Einstieg)
Wutachmühle
79879 Wutach
 
In der Sommersaison (Mai bis Oktober) pendelt zudem an Wochenenden und Feiertagen ein Wanderbus zwischen dem Bahnhof Löffingen und den Zugängen zur Wutachschlucht.

 

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