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Was ist eigentlich dieses "social" in den Socials? So zeigst auch Du Courage im Netz

Der Schutz von Freiheit und Demokratie im digitalen Raum steht im Fokus des Kooperationsprojektes "Courage im Netz". Die Landesmedienanstalt Saarland hat sich unter anderem mit dem Ministerium der Justiz und dem Landespolizeipräsidum zusammengetan und zeigt auf, wie Ihr couragiert eingreifen und Hasskommentare zur Anzeige bringen könnt.
 

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Beleidigungen und verbale Angriffe in der digitalen Welt 

Die Hemmschwelle in der Anonymität des Internets Hassnachrichten zu verbreiten, ist wesentlich geringer als im echten Leben. Doch die Werte unserer Gesellschaft gelten innerhalb des Internets selbstverständlich genauso wie außerhalb. Aus diesem Grund reicht es nicht Hasskommentare oder -beiträge nur zu löschen. Sie sollten, wo nötig und möglich, auch strafrechtlich verfolgt werden.

 Aktionsbündnis gegen Hass und Hetze im Netz 

Genau hier kommt das Aktionsbündnis "Courage im Netz" ins Spiel. Die Landesmedienanstalt Saarland hat sich mit dem Ministerium der Justiz, vertreten durch die Staatsanwaltschaft Saarbrücken (Sonderdezernat Cybercrime), dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, dem Landespolizeipräsidium Saarland und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (Landesjugendamt) zusammengetan, um die grundrechtlich verankerten Persönlichkeitsrechte eines/einer jeden Einzelnen im Internet zu verteidigen. Gleich­zei­tig soll die Mei­nungs­frei­heit geschützt wer­den, deren Aus­übung erst in einem gewalt­frei­en Kli­ma in der digitalen Welt unein­ge­schränkt mög­lich ist.

Die Initia­ti­ve wur­de erst­mals 2017 von der Lan­des­an­stalt für Medi­en NRW unter dem Namen "Verfolgen statt nur Löschen" ins Leben geru­fen und ist ebenfalls in ande­ren Bun­des­län­dern wie Hes­sen und Rheinland-Pfalz erfolg­reich gestartet.

Forsa Studie 2021 zu Hate Speech 

Seit 2016 führt die Landesanstalt für Medien NRW einmal jährlich Studien zum Thema Hass und Hetze im Internet durch. Im Jahr 2021 gaben knapp zwei Fünftel (39%) der Befragten an, dass ihnen Hate Speech (sehr) häufig im Internet begegnet ist. Der Anteil derjenigen, denen Hasskommentare bisher noch nie aufgefallen sind, ist hingegen von 30 Prozent im Jahr 2017 auf mittlerweile 22 Prozent gesunken. Auffällig: Während bei den 25- bis 44-Jährigen die Beschäftigung mit Hasskommentaren insgesamt zunimmt, ist das nähere Auseinandersetzen bei den 14- bis 24-Jährigen mit Hate Speech im Internet zunehmend rückläufig.
 

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Projekt "Zivil.Courage.Online" 

Die Sensibilität für zivilcouragiertes Handeln erhöhen – das ist eines der Ziele des Mauthausen Komitees Österreich im Rahmen des Projekts "Zivil.Courage.Online". Seit mehr als zehn Jahren "trainiert" das MKÖ mittlerweile Zivilcourage mit Jugendlichen. Mit Informations-, Schulungs- und Trainingsangeboten soll Zivilcourage auf Onlineplattformen unter Jugendlichen gezielt gefördert werden. Im Zuge dessen wurde außerdem eine kostenfreie App für Jugendliche entwickelt. Mit interaktiven Übungen, Videos und Argumentationstrainings soll Hass und Hetze im Netz, Fake News und Verschwörungstheorien entgegengetreten und die Zivilcourage auf sämtlichen Onlineplattformen gefördert werden. Die App klärt ihre Nutzer:innen außerdem beispielsweise über das Recht am eigenen Bild und über Straftaten wie Cyber-Mobbing und üble Nachrede auf.
 


 

"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."
 JEAN BAPTISTE MOLIÈRE 

 
Zivilcourage kann jeder! 

Um Unrecht und Diskriminierung entgegenzutreten, müssen wir selbst aktiv werden. Denn als Teil einer sozialen, demokratischen Gesellschaft trägt jeder von uns Verantwortung. Wenn Ihr selbst Opfer von Anfeindungen im Netz geworden seid oder Ihr beim Surfen im Internet auf beleidigende Kommentare und Aussagen stößt, gilt zunächst folgendes: Bleibt ruhig und reagiert nicht aus der Emotion heraus – egal wie sehr Euch das Geschriebene innerlich aufwühlt.

1. Reagieren 

DO'S:

Direkte Ansprache – fragt bei dem Verfasser oder der Verfasserin nach, wieso er den Kommentar verfasst hat, erfragt Fakten und ggf. Beispiele, die das Gesagte belegen
In manchen Situationen kann eine humorvolle Antwort die Diskussion beruhigen, dabei sollte jedoch nicht provokativ formuliert werden
Sinnvolle Argumentation gegen Hasskommentare, ggf. durch Quellen hinterlegt

DONT'S:

Wartet nicht auf die Reaktion von anderen User:innen, sondern werdet selbst aktiv
Beleidigungen und belehrende Kommentare, denn diese erhöhen das Konfliktpotenzial

2. Dokumentieren 

Egal ob Hasskommentar, Cyber Mobbin, volksverhetzende Aussagen etc. – einfach nur löschen ist nicht der richtige Weg! Macht Screenshots der betreffenden Kommentare und Aussagen und speichert diese.

3. Melden 

Wenn ihr Hasskommentare in den Socials seht, dann meldet sie! Ist das Posting oder der Inhalt strafbar, könnt Ihr bei der Polizei Anzeige erstatten.

Gemeinsam für eine couragierte Gesellschaft 

Das Bundesnetzwerk Zivilcourage setzt sich für ein respektvolles, demokratisches Miteinander, Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und Toleranz ein und hat zahlreiche Tipps zum Thema Zivilcourage für Euch zusammengetragen. Wenn Ihr testen möchtet, wie viel Zivilcourage bereits in Euch steckt, dann klickt Euch hier rein.

Internetwachen für Bürger:innen

Anzeigenerstattung online 

Im Rahmen des Projekts "Courage im Netz " wurde für alle Bürger:innen des Saarlandes eine bedienungs- freundliche Onlinewache zur Anzeigenerstattung eröffnet. Wenn Ihr selbst Opfer von Hassnachrichten geworden seid, könnt Ihr eigenständig eine Anzeige in der Onlinewache erstatten. Das Landespolizeipräsidium des Saarlandes hat außerdem einen Handlungsleitfaden zur Beweismittelsicherung zusammengestellt um aufzuzeigen, wie Ihr potentiell strafrechtlich relevante Inhalte dokumentieren und in das Online-Tool der Polizei eingeben könnt. Für Bürger:innen aus anderen Bundsländern gibt es folgende Anlaufstellen:

Onlinewache Baden-Württemberg
Onlinewache Hessen
Onlinewache Rheinland-Pfalz

Bundesweite Meldestelle "respect!" 

Die Jugendstiftung Baden-Württemberg Demokratiezentrum hat die Meldestelle "respect!" ins Leben gerufen und setzt sich für eine respektvollere Kommunikation im Internet und die Achtung deutschen Rechts durch internationale Unternehmen ein. Hinweise in Bezug auf Hasskommentare, Volksverhetzung, Beleidigung und üble Nachrede oder Verleumdung im Internet werden bundesweit von dieser Meldestelle entgegengenommen und geprüft.


 

 
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