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Sexismus? Ein Kompliment spaltet das Internet

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Darf man einer Frau über eine Business-Netzwerk Komplimente zu ihrem Profilbild schreiben oder ist das schon Sexismus?

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Eine britische Anwältin erhält über das berufliche Netzwerk "LinkedIn" eine wenig sachliche Nachricht zu ihrem tollen Profilfoto von einem Kollegen. Sie veröffentlicht den Bericht des Kollegen und löst dabei eine Diskussion über Sexismus und Frauenfeindlichkeit im Internet aus. Geht es um Sexismus oder übertriebene Hysterie?

Frauen freuen sich über Komplimente. Das ist so. Doch ist dabei wichtig, in welchem Zusammenhang eine Frau diese vermeintliche Nettigkeit erfährt. Charlotte Proudman ist Anwältin in Großbritannien, derzeit macht sie ihren Doktor an der Uni in Cambridge. Sie ist zu beruflichen Zwecken im Business-Netzwerk "LinkedIn" angemeldet und bekommt eine Nachricht von einem Kollegen, der ihr Foto toll findet: "Das ist ein umwerfendes Foto. Sie gewinnen den Preis für das beste LinkedIn Profilbild, das ich je gesehen habe", heißt es in der Nachricht. 

Die 27-jährige Charlotte Proudman beschließt die ihr unangemessene Nachricht des 57-jährigen Alexander Carter-Silk via Twitter zu veröffentlichen und schreibt dazu: "Wie viele Frauen werden bei LinkedIn wegen ihrer Optik und nicht wegen ihrer Qualifikationen kontaktiert?" Proudman, die zurzeit ihren Doktor an der Uni in Cambridge absolviert, bekommt dafür von vielen Frauen Zuspruch, die von ähnlichen Geschichten berichten:

"Ich habe mein Bild gegen ein hässlicheres Foto bei LinkedIn ausgetauscht und erhalte jetzt weniger gruselige Anfragen/Nachrichten von Männern" (Mandeer Kataria)

"Ich dachte, es ist mal wieder einer der sexistischen Berichte, die ich von Fachleuten über LinkedIn erhalte", berichtet Proudman am Donnerstag im BBC 5-Interview. Aber dafür eine Person öffentlich an den Pranger zu stellen? Geht das? Die Nachricht war ja als Kompliment gedacht. Von vielen wird Proudman deshalb als männerhassende Feministin oder "Femi-Nazi" im Netz beschimpft.  

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