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Adler Mannheim

Rendulic: „Ich lege viel Wert auf die Details“

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Rendulic: „Ich lege viel Wert auf die Details“

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Borna Rendulic gilt in der Eishockeyszene fast schon als Exot. Als erster in Kroatien geborene Spieler schaffte der 27-jährige Flügelstürmer über Finnland den Sprung in die NHL. Im Interview spricht Rendulic über die Anfänge seiner Laufbahn, seine Zeit in der besten Liga der Welt und seinen Wechsel zu den Adlern.

Borna, herzlich willkommen bei den Adlern. Wo erreichen wir dich denn gerade und wie verbringst du die Sommerpause?

Normalerweise halte ich mich während der eishockeyfreien Zeit in meiner Heimat Zagreb auf. Aktuell bin ich aber noch in Finnland, am Wochenende war ich auf der Hochzeit eines guten Freundes eingeladen.

Wie kommt es, dass ein Junge aus Kroatien lieber Eishockey statt Fußball spielt?

Das ist eine sehr gute Frage. In jungen Jahren habe ich auch Fußball gespielt. Damals war ich hyperaktiv, habe viel Sport gemacht. Doch irgendwann bin ich mit meiner Gruppe vom Kindergarten zum Schlittschuhlaufen in die Eishalle, und ich war fast der einzige, der nicht ständig hingefallen ist. Kurz darauf bin ich ins Training, und was soll ich sagen? Bis heute hat mich der Sport nicht mehr losgelassen (lacht).

Mit 15 Jahren hast du Zagreb in Richtung Finnland verlassen. Wie kam es dazu?

Ich wollte mit dem Sport mein Geld verdienen, das war mir relativ schnell klar. Ich wusste aber auch, dass das in Kroatien nicht möglich ist. Also habe ich mit 14 Jahren an einem Camp in Finnland teilgenommen. Dort hatte ich die Möglichkeit, mit vielen Coaches zu sprechen. Letztendlich bekam ich eine Einladung zum Tryout bei Ilves Tampere. Auch wenn ich für Ilves nicht gut genug war, war es der Startschuss für meine Laufbahn. Denn danach ging es stetig bergauf. Ich wurde von Jahr zu Jahr besser, habe mich sozusagen hochgearbeitet.

Deine kontinuierliche Entwicklung hat dir im Jahr 2014 einen Vertrag bei den Colorado Avalanche beschert. Würdest du sagen, dass dein Finnland-Abenteuer richtungsweisend für deine Karriere war?

Absolut. In Finnland bin ich zum professionellen Eishockeyspieler geworden. Das wäre in Kroatien undenkbar gewesen. In meiner Heimat stand ich zweimal pro Woche auf dem Eis, in Finnland dagegen zwei- bis dreimal am Tag. Dort ist Eishockey ein Volkssport, und sie legen sehr viel Wert auf die Ausbildung junger Spieler. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb jedes Jahr etliche finnische Spieler gedraftet werden. In Finnland habe ich gelernt, wie man trainiert, wie man Eishockey spielt. Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, die finnische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Denn Kroatien war damals keine EU-Nation und in Finnland duften maximal drei Ausländer in einer Mannschaft spielen. Es war nicht leicht, den Sprung in die Liiga zu schaffen.

Insgesamt 15 NHL-Spiele für Colorado und Vancouver stehen in deiner Vita. Hättest du dir das als kleiner Junge jemals erträumt?

Als der Vertrag in Colorado in trockenen Tüchern war, hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich auch nur ein Spiel in der NHL bestreiten würde. Zum einen bin ich Kroate, zum anderen wurde ich nie gedraftet. Meine Chancen standen also nicht gut. Doch im Trainingscamp kam ich relativ schnell zur Erkenntnis, dass ich den Sprung in den Kader schaffen kann. Klar, Spieler wie Matt Duchene oder Gabriel Landeskog waren besser als ich. Um jedoch auf ihr Level zu kommen, fehlte mir nicht viel. Das machte mir Mut und gab mir Hoffnung. Es war eine tolle Erfahrung, für mich ist ein Traum wahr geworden.

Du hast in Mannheim einen Einjahresvertrag unterzeichnet, wie kam denn überhaupt der Kontakt zu den Adlern zustande?

Jan-Axel hatte vor einigen Wochen meinen Agenten kontaktiert, und als er erfahren hat, dass ich zu haben bin, ging alles sehr schnell. Ich hatte nur Gutes über die Organisation gehört und wusste vom Testspiel vor der abgelaufenen Spielzeit, was ich zu erwarten habe. Die Mannschaft ist sehr stark besetzt, und mein Ziel ist es, nach der kommenden Spielzeit ein besserer Spieler zu sein. In meinen Augen ist Mannheim die richtige Adresse für mich.

Als Flügelstürmer bist du variabel einsetzbar, kannst sowohl links als auch rechts spielen. Wie würdest du dich selbst als Spieler beschreiben? Was sind deine Stärken?

Ich bin ein klassischer Sniper, der gerne Tore schießt und Torchancen kreiert. Ich lege aber auch sehr viel Wert auf die Details. Denn wer auf die Kleinigkeiten achten, ist am Ende des Tages auch ein besserer Eishockeyspieler.

Und abseits des Geschehens? Was ist Borna privat für ein Mensch?

Ich bin ein ganz normaler Typ mit einer kroatischen Mentalität, der offen für alles ist und gerne auf Menschen zugeht. Ansonsten schaue ich mir in meiner Freizeit gerne Filme und Serien auf Netflix an oder spiele Playstation.

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