Adler Mannheim

Akdag: „Eins kommt schnell zum anderen“

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Akdag: „Eins kommt schnell zum anderen“

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Seit der Saison 2014/2015 läuft Sinan Akdag für die Adler auf. Im Interview spricht der 31-jährige Verteidiger unter anderem über die aktuelle Saison, „Hockey is Diversity“ und Denis Reul.

Sinan, die Adler stehen im Süden auf Platz eins, es gab überhaupt erst drei Niederlagen. Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg?

Das eine Geheimnis oder die eine Sache gibt es da nicht. Alle fünf Spieler auf dem Eis machen gemeinsam einen guten Job, harmonieren gut, helfen sich. Die Torhüter erledigen ihre Aufgaben, die Special Teams funktionieren, die Kleinigkeiten klappen. Da kommt auch schnell eins zum anderen, und es entsteht quasi ein Dominoeffekt.

Du selbst warst lange verletzt, musstest dich in Geduld üben, ehe du dein erstes Saisonspiel absolvieren konntest. Wie geht es dir inzwischen?

Mit geht’s super, auch der Rücken hat sich wieder komplett erholt. Es hat wirklich extrem lang gedauert, bis die Verletzung endgültig ausgestanden war. Auch die Zeit in der Reha hat viel Geduld eingefordert. Umso mehr genieße ich derzeit jede einzelne Partie. Aufgrund der besonderen Saison ist die Wichtigkeit jedes Spiels ohnehin höher, genauso wie die Intensität in den Begegnungen. Es macht in jedem Fall viel Spaß.

Du hast gerade schon ein paar Unterschiede zwischen den letzten Jahren und der aktuellen Spielzeit angesprochen. Wie sehr merkt man gut zwei Monate nach dem Liga-Start noch Veränderungen oder Beeinflussungen aufgrund der Corona-Pandemie?

In erster Linie fehlen die Emotionen von den Rängen. An alles andere kann man sich gewöhnen. Dass wir jetzt meist am Spieltag anreisen, dass wir einen unregelmäßigen Spielbetrieb haben, dass wir zunächst nur gegen die Teams aus dem Süden spielen. Jeder bereitet sich auf die Spiele genauso vor wie in den Jahren zuvor auch. Die Spieler, die Jungs haben sich nicht verändert, Eishockey ist immer noch Eishockey. Über einen längeren Zeitraum verändert sich das Spiel natürlich, wird schneller, wird athletischer. Das ist aber ein grundsätzlicher Wandel, der nicht speziell mit Corona zu tun hat.

Du bildest wieder gemeinsam mit Denis Reul ein Verteidigerpaar. In dieser Konstellation spielt ihr schon länger zusammen. Die Chemie zwischen euch passt, oder?

Das stimmt, Robo und ich kennen uns inzwischen ziemlich gut. Ich kenne ihn als Spieler und als Mensch, ich weiß, wie er tickt, wie er denkt, was er vorhat, wie er ein Spiel liest. Wir geben uns gegenseitig Sicherheit. Das sind Dinge, die uns auf dem Eis sehr weiterhelfen.

Zum Abschluss noch ein Thema, das gesellschaftsübergreifend einen wichtigen Stellenwert einnimmt und dem du dich schon sehr lange verschrieben hast. Unter dem Motto „Hockey is Diversity“ hat sich 2010 ein gemeinnütziger Verein gegründet, um für Toleranz, Respekt und Akzeptanz im Eishockey einzustehen und sich gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung auszusprechen. Wo siehst du das deutsche Eishockey in dieser Beziehung?

Das muss man meiner Meinung nach ganz allgemein betrachten. Jeder hat doch Menschen mit Migrationshintergrund in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis. Vielfalt begegnet uns in allen Bereichen unseres Lebens – und das ist gut so. Ob beim Essen, bei der Kultur oder bei Sprache. Die Globalisierung schafft Landesgrenzen mehr und mehr ab und alle können von der stärkeren Vernetzung profitieren.

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