Adler Mannheim

Pettersson: „Ich halte es mit der 80/20-Regel“

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Pettersson: „Ich halte es mit der 80/20-Regel“

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Mit Petter Pettersson haben die Adler zur PENNY DEL Saison 2021/22 einen neuen Athletiktrainer. Der Vater eines elfjährigen Sohns und einer neunjährigen Tochter fand ausgerechnet im eishockeyverrückten Schweden über den Fußball den Weg zum Pucksport. Wie genau, verrät der 46-Jährige im Interview.

Petter, wie bist du überhaupt zum Eishockey gekommen?

Ich habe in meiner Heimat Lulea in einem der größten Fitnessstudios gearbeitet. Unter den Mitgliedern waren auch einige Hockeyspieler wie beispielsweise Linus Omark. Während der Sommerpause haben die Jungs bei uns trainiert. So ist man nach und nach in Kontakt gekommen. Daneben habe ich auch Kurse für Physiologen und Athletiktrainer angeboten. 2012 waren der Head- und Goaliecoach von Lulea unter den Teilnehmern. Man kam ins Gespräch und ab der Saison 2013/14 war ich bei HF fest als Athletiktrainer angestellt.

Dabei war dein Steckenpferd zunächst der Fußball …

Ja, ich habe bis Ende 20 sogar mein Geld damit verdient, habe sowohl in Schweden als auch ein paar Jahre in Portugal in der zweiten Liga gespielt. Als ich 2002 nach Schweden zurückkam, stand ich als Spielertrainer auf dem Platz und zwei Jahre später musste ich mich entscheiden, ob ich Fußball- oder Personaltrainer werden möchte. Ich bin dann auf die Stac-Academy gestoßen. Fast alle schwedischen Eishockeyteams arbeiten nach den Methoden, die dort in Sachen Athletiktraining entwickelt werden.

Und du bringst diese Philosophie nun mit nach Mannheim. Um was geht es dabei im Detail?

Grundsätzlich, dass jeder Spieler als vollkommenes Individuum angesehen werden muss. Jeder einzelne bringt ganz unterschiedliche Voraussetzungen, eine unterschiedliche Historie mit sich. Es gibt Dysbalancen, Einschränkungen, Schwachpunkte, die bei jedem Spieler anders ausgeprägt sind, und entsprechend führen bei dem einen andere Übungen zum Ziel als bei den anderen. Dazu kommt, dass Eishockey ein sehr herausfordernder, sehr komplexer Sport ist. Man braucht eine gewisse Athletik, eine Beweglichkeit, gleichzeitig aber auch Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Die Spieler müssen in der Lage sein, 30 bis 40 Sekunden alles zu geben und dann in rund zwei Minuten komplett zu regenerieren. Daher ist es eins meiner Ziele, dass die Jungs in allen Positionen und in allen Situationen auf dem Eis stark und sicher agieren können.

Wie stellst du unter diesen Bedingungen einen Trainingsplan zusammen?

Das ist ein sehr komplexes Thema. Über den Sommer, in den ersten paar Wochen, geht es primär um die gesamtheitliche Fitness. Da finden kaum eishockeyspezifische Übungen statt. Das Ganze ist ein dynamischer Prozess. Am Anfang reicht das eigene Körpergewicht, später werden die Gewichte gesteigert, die Übungen komplexer. Der Körper wird mehr und mehr Stress ausgesetzt. Dazwischen legen wir immer wieder sogenannte Deload-Wochen ein, in denen die einzelnen Einheiten, aber auch die Übungen weniger und kürzer sind. Die Jungs sollen schwimmen gehen oder leichte Laufeinheiten machen. Dadurch entsteht weniger Stress und es ist mehr Zeit zur Regeneration.

Welche Rolle spielt in deinen Augen das Thema Ernährung dabei?

Ich halte es mit der 80/20-Regel. Du solltest 80 Prozent deiner Nahrungsaufnahme gesund aus ausgewogen gestalten. Die restlichen 20 Prozent sind für die schönen Dinge wie Süßigkeiten oder Alkohol.

Wie gestaltet sich aktuell die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam?

Aktuell habe ich recht freie Hand. Ich habe ein klares Bild vor Augen, wo ich mit den Jungs hinwill und wie ich dieses Ziel mit jedem einzelnen erreichen kann. Natürlich tausche ich mich dennoch immer wieder mit den Coaches aus. Das wird während der Saison, sprich ab August, dann aber täglich sein, denn ich will, soll und werde die Jungs nicht im Kraftraum zerstören. Sie müssen ihre Topleistung in erster Linie auf dem Eis abliefern. Auch da ist hin und wieder Flexibilität und Individualität gefordert. Stehen in einer Phase gerade viele Spiele an? Welcher Spieler stand wie viele Minuten auf dem Eis? Ist ein Spieler angeschlagen oder anderweitig belastet? All diese Dinge sind für eine sinnvolle Belastungsteuerung dann von entscheidender Bedeutung.

Zu guter Letzt: Welchen Hobbys gehst du nach?

Ich bin auch in meiner Freizeit gerne sportlich, gehe angeln, spiele Paddle-Tennis und fungiere für meine Kids als Fußballtrainer.

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