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Musikreport

Woodstock: Die dunklen Seiten des Kult-Festivals!

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Das Woodstock-Festival gilt in der Geschichte als wahr gewordener Hippie-Traum. Als ein Festival voller Frieden, Liebe und Freiheit. Als ein Kurzzeit-Paradies auf Erden. Aber das Woodstock hatte neben den schönen Seiten, auch einige dunklere, die aber eher selten beleuchtet werden. Deswegen bringen wir in der REGENBOGEN ZWEI Woodstock-Woche Licht ins Dunkle des Mythos Woodstock!

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Die drei Tage in White Lake waren weit weniger schön, als der dreistündige Woodstock Film uns glauben machen will. Natürlich wurde hier nicht alles gezeigt, ursprünglich waren über 100 Stunden Farbfilm-Material entstanden:

Zum einen regnete es bereits am ersten Tag, weshalb das gesamte Gelände irgendwann im Schlamm versank. Aus einer saftigen, grünen Wiese in einer idyllischen Landschaft, wurde ein matschiges, braunes Schlammfeld. Zum anderen herrschten nicht nur wegen des schlechten Wetters sehr chaotische Zustände auf dem Gelände. Die Organisatoren hatten sich deutlich überschätzt und waren einem solchen Großereignis, mit fast einer halben Millionen Menschen, überhaupt nicht gewachsen - kein Wunder, niemand hatte mit so einer unfassbaren Menschenmenge gerechnet. Das wurde auch daran deutlich, dass eigentlich fast alles aus dem Ruder lief und nichts so funktionierte, wie ursprünglich geplant. Das fing damit an, dass die Organisatoren durch die wenige Zeit vor Beginn des Festivals, keine Zäune mehr errichten konnten. Es mangelte auch an Ticketkassen oder Kontrollständen für bereits gekaufte Tickets. Aber man musste Prioritäten setzen und da hatte die Bühne logischerweise Vorrang. Ansonsten wäre sie wohl nicht rechtzeitig fertig geworden und es hätte keine Musik gegeben. Hinzu kam das Problem mit der Anreise: Schon Tage vor Beginn des dreitägigen Festivals gab es ein gewaltiges Verkehrschaos in der Region. Einfach weil - auch vor dem offiziellen Beginn schon - viel zu viele Menschen auf einmal nach White Lake pilgerten. Bereits Kilometer vor ihrem Ziel, ließen die Menschen ihre Autos stehen und liefen zum Gelände, denn für die teils ziemlich großzügigen amerikanischen Karossen gab es auf den kleinen Landstraßen und Feldwegen schlicht kein Durchkommen mehr! Dadurch kamen auch die Künstler für den ersten Tag nicht durch die Straßen und waren somit auch zum offiziellen Start gar nicht vor Ort. Es mussten Hubschrauber organisiert werden, welche die Musiker einflogen. All das sorgte für mehrere Stunden Verspätung und der Spielplan wurde so angepasst, dass die Band/ der Künstler spielte, der es eben schon in die Nähe der Bühne geschafft hatte!

Ein weiterer Punkt, der heutzutage gerne verschwiegen wird: Die sanitären Umstände waren miserabel. Immerhin kam auf 225 Menschen gerade mal eine Toilette. Genauso schlecht sah es bei der Verpflegung durch die Catering-Firma „Food-for-Love“ und bei der Unterbringung aus. Wegen der fehlenden Verpflegung musste die US-Army für entsprechende Notverpflegung sorgen und Lebensmittel, Medikamente, Ärzte und alles weitere einfliegen, was zum Überleben notwendig war. Bei dem Luftbetrieb enstand eine ähnliche Geräuschskulisse wie in Vietnam. Für einen pazifistischen Hippie, der sich eigentlich vorgestellt hatte entspannt in der Sonne zu liegen, einen Joint zu rauchen und den Klängen seiner musikalischen Idole zu lauschen war das natürlich ein Albtraum! Schließlich mochte man weder Kriegsgerät, noch die  US-amerikanischen Streitkräfte, auf die man jetzt aber leider angewiesen war. Manche waren auch dem Glauben verfallen, dass das Militär versuche, das Festival zu beenden. Denn während das Festival stattfand, sprach sich der Gouverneur Nelson Rockefeller gegen Woodstock und seine Besucher aus. Er erfuhr durch die Zeitung von den katastrophalen Zuständen und wollte deswegen ganz Bethel zum Katastrophengebiet erklären und es von der Nationalgarde räumen lassen. Sein Plan wurde allerdings nicht in die Tat umgesetzt. 

Durch den Starkregen in den ersten Tagen wurden dann auch nach und nach die Leitungen der Bühnenelektrik freigelegt. Dadurch, dass die Leute ständig über die Kabel liefen, wurde teilweise die Isolierung beschädigt. Keine gute Kombination, wenn Starkstromkabel im nassen Schlamm liegen. Es bestand also die Gefahr, dass die Leute durch Stromschläge getötet werden könnten. Damit eine Massenpanik vermieden werden konnte, wurde auf der Bühne einfach fröhlich weiter Musik gemacht, während eine neue, sichere Stromversorgung aufgebaut wurde. Aber es gab nicht nur sinnflutartigen Regen, sondern auch einen Tornado, der über das Festivalgelände hinwegfegte. Das versetzte nicht nur die Organisatoren in Panik. Die hatten zusätzlich das Problem, dass Menschen auf die Lautsprechertürme hinaufgeklettert waren, welche durch den Tornado drohten zusammenzubrechen. Glücklicherweise ist das nicht passiert und so wurde das Konzert lediglich nur für mehrere Stunden unterbrochen.

Die Organisatoren hatten versagt, die Festivalbesucher waren auf sich gestellt und mussten improvisieren um bei Woodstock irgendwie Spaß zu haben. Dass das Festival bei solchen Umständen nicht ausgeartet ist, verdankt es vermutlich einzig und allein der friedlichen Stimmung der Besucher, ihrem Einheitsgefühl und dem glücklichen Zufall. Trotzdem gab es hunderte Verletzte und tausende Menschen, die aufgrund von Komplikationen nach der Einnahme von Drogen, behandelt werden mussten. Es wurde extrem viel Haschisch und Marihuana konsumiert, ebenso LSD. Auch das wurde zu einem Problem: Viele der jungen Menschen hatten hier ihren ersten Kontakt mit LSD. Es ist davon auszugehen, dass viele Festival-Besucher sich versehentlich eine Überdosis verabreichten. In Kombination mit den chaotischen Zuständen und den Menschenmassen sorgte dies natürlich schnell zu einem unvergesslichen Horrotrip. Es war überhaupt schwer den Drogen bei Woodstock zu entkommen, auch wenn man nur Limonade trinken wollte, war es schwer nüchtern zu bleiben. Gerüchten zufolge, schwebte damals eine permanente weiße Wolke aus Marihuana-Nebel über White Lake!

Die traurige, aber eigentlich noch harmlose Billanz des Festivals: Drei Tote. Einer starb an einer Überdosis, ein anderer an einem Blinddarmdurchbruch. Der wohl schockierendste Todesfall war der eines 17-jährigen Jungen. Dieser wurde während den Aufräumarbeiten am Ende des Festivals in seinem Schlafsack von einem Traktor überrollt.

Trotz allem war es ein überwiegend friedliches Festival, das sich durch einen gemeinsamen Geist, eine einmalige Aufbruchstimmung (Stichwort: Wassermannzeitalter), ein friedliches Miteinander, großartige Künstler und außergewöhnliche Umstände in die Menschheitsgeschichte eingebrannt hat. Bis heute begeistert Woodstock die Menschen in allen Nationen dieser Welt. Die "Rockumentary" Woodstock kehrt jetzt - zum 50. Jubiläum - auch in einige deutsche Kinos zurück!

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