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Rocknews

Woodstock: Zeitzeuge Dr. Volkmar Kramarz im Interview!

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In unserer REGENBOGEN ZWEI-Woodstock Woche nennen wir euch alle Fakten und Hintergründe rund um den dreitägigen Mythos von 1969. Deshalb haben wir auch Dr. Volkmar Kramarz ausgefragt. Der Musikwissenschaftler war damals als 15-jähriger mit seinen Eltern in Amerika auf Tour und hat uns einiges erzählt, was unsere Vorstellungen komplett verändert hat.

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Volkmar Kramarz war zusammen mit seiner Familie 1969 in den USA unterwegs, denn sein Vater war auf Recherchereise für einen Reiseführer. Zu viert ging es im damals super modernen T1 VW-Bus die Highways entlang. Auf ihrer Reise waren sie im August von New York Richtung Boston unterwegs, als irgendwann Schilder auftauchten, die die Meilen bis zum Ort Bethel anzeigten. Ab da ging es für die deutsche Familie in den Superstau. Denn genau zu dieser Zeit pilgerten die Hippies zum Woodstock-Festival. Wie es damals im Verkehrschaos war, erzählte er uns im Interview…
 
 

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 Durch das Verkehrschaos kam Volkmar Kramarz auch gar nicht bis White Lake zum Festival-Gelände, sondern die Familie steckte auf der Straße fest…
 

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Kramarz war vor allem froh, dass die Menschen dort rund um Bethel ihm irgendwie ähnlich waren. Lange Haare, Musikliebhaber, der gewisse Spirit, weit weg von Politik. Denn allein nur für lange Haare wurde man normalerweise vom Unterricht verwiesen oder nicht in den Bus gelassen. Man passte wegen seinem Äußeren nicht in die etablierte Gesellschaft. Aber während dem Woodstock-Wochenende war das nicht so. Da war sowieso alles anders erzählt Kramarz, denn am Straßenrand gab es ab und zu auch mal sehr wunderliche Szenen zu sehen.
 

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Trotz dass so viele Menschen zum Feld des Kleinbauern Max Yasgur pilgerten und alle später als Hippies bezeichnet wurden, waren es dennoch nur die Wenigsten. Die „normale“ Bevölkerung war in der Überzahl, auch wenn das eigentlich anders geschildert wurde. Dennoch erzählt Kramarz auch von Szenen, die wir so auch aus der Woodstock-Dokumentation kennen: Überall nackte Hippies, die damit überhaupt kein Problem haben…
 

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Die Hippie-Bewegung und auch Woodstock galten als Vorreiter in ihrem Gebiet. Kramarz hat das aber ganz anders erlebt. Eigentlich dachte er, er kommt zurück in seine Heimat und ist total cool mit den langen Haaren, den Hippie-Klamotten und dem ganzen Marihuana, dass er gesehen hat. Aber als er wieder in Deutschland bei seinen Freunden war, kam die Enttäuschung…
 

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Alles in allem klingt das Ende der 60er-Jahre nach einer aufregenden Zeit, in der die Jugendlichen das gemacht haben, was sie wollten und damit glücklich waren. Aber würde man in diese Zeit wieder zurück wollen, wenn man eine Zeitmaschine im Baumarkt kaufen könnte? Volkmar Kramarz zumindest nicht, er erzählt uns, dass ihre Rebellion und damit ihre Jugend damals überhaupt nicht einfach waren, sondern gefährlich. Da sind die heutigen Zeiten für Jugendliche sehr viel besser geworden…
 

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Auch nach 50 Jahren ist Woodstock noch längst nicht vergessen: Es gab damals den Film, Platten, Bücher. Nur dadurch konnte Woodstock schlussendlich auch als Mythos ent- und bestehen. Volkmar sagt, die Medien hätten das Festival romantisiert und dadurch geriet die Kapitalisierung in den Hintergrund, schließlich war es ja ab der Durchsage der Organisatoren ein kostenloses Festival. Nur wird nicht betrachtet, warum das Festival tatsächlich kostenlos wurde. Volkmar Kramarz findet dafür genaue Worte…
 

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Also war Woodstock doch nicht so das Nonplusultra seiner Zeit, andere Kontinente waren in ihrer musikalischen Entwicklung schon deutlich weiter. Trotzdem war es ein Ort von Gleichgesinnten, wo man nicht für sein Äußeres oder seine Einstellung diskriminiert wurde. Für Volkmar Kramarz waren die drei Tage im August 1969 voller Stau, Hippies, Marihuana-Wolken und merkwürdige Szenen am Straßenrand. 

So sieht Dr. Volkmar Kramarz übrigens heute aus ....
 

volkmar.jpg

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