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Musikreport

Jeder Tag ist mein Geburtstag! – Jon Bon Jovi im Interview

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Vergangene Woche hatten wir die Gelegenheit, Jon Bon Jovi in London mit Fragen zu löchern – und genau das haben wir getan!

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Was ist die Aussage des kommenden Albums „Bon Jovi 2020“? (Erscheinungsdatum: 15. Mai)
Es ist ein optimistischer Aufweckruf. Wacht auf, wacht alle auf! Ich habe vieles, über was ich gerne reden würde das ist es. Das Leben ist das, zu was du es machst. Also mach es zu etwas großartigem!

Wie wichtig ist es dir, dass das neue Album gut ankommt?
Wenn jemand deine Aufnahmen mag ist das immer ein gutes Gefühl, nicht wahr? Es ist immer besser als das Gegenteil! (lacht) Aber am Ende des Tages sind Zahlen noch immer einfach nur Zahlen, wenn du mit dem zufrieden bist, was du getan hast. Und ich bin zufrieden mit dem, was ich getan habe. Ich hoffe natürlich, dass die Leute die Aufnahmen mögen, ich bin stolz darauf! Aber wenn es im Endeffekt nicht kommerziellen Erfolg mit sich bringt ist das auch okay. Es ist nicht so, als würde das mein Leben noch großartig verändern. Was wichtig ist, ist das Kunstwerk in seiner Gesamtheit zu präsentieren. 

Was ist die Botschaft und Funktion der Single „Limitless?“
Es ist ein Weckruf. Wacht auf, wacht alle auf! Ich habe eine Menge, über was ich gerne sprechen würde und das ist es eigentlich. Diesen Morgen habe ich das Radio aufgedreht als ich durch London gefahren bin und ich habe tausende Menschen gesehen, wie sie über die Brücke vom Bahnhof zu den Bürogebäuden gelaufen sind. Und das hatte alles in sich, worum es in dem Song geht. Die Menschen gehen zur Arbeit, manche, weil sie es lieben, mache obwohl sie es hassen aber sie müssen es eben machen. Die Nachricht an sie alle lautet: Das Leben ist das, zu was du es machst! Also mach es zu etwas Gutem! Und dann gibt es da noch eine ganze Menge an anderen tiefgründigen Themen auf dieser Aufnahme. Ich wollte, dass es ein übergreifender Aufweckruf wird.

Wie sieht es mit einer Tour 2020 aus?
Dieses Jahr gab es 20 Shows, die ziemlich schnell ausverkauft waren. Vielleicht fügen wir nochmal zehn oder zwanzig weitere hinzu, ich weiß es nicht. Und nächstes Jahr werden wir dann sehen, wohin wir gehen werden.

Werdet ihr 2020 auch nach Deutschland kommen?
Nicht im Jahr 2020. Wir waren ja erst 2019 da. Es ist noch zu früh um wieder zurück nach Europa zu kommen.

Wie entscheidet ihr, wie lange ihr tourt?
Was wir gefunden haben, funktioniert für uns. Wir haben die selben 100 Shows die wir in einem Jahr gespielt haben auf drei Jahre aufgeteilt. So bleiben wir fit und können neue Song schreiben und touren anstatt hunderte von Shows zu spielen, komplett ausgebrannt zu sein, ein Jahr Pause zu machen und im dritten Jahr neue Aufnahmen zu machen. Auf diese Art und Weise können wir 30 Shows spielen, die ganze Zeit Songs schreiben und sie auch aufnehmen.

Was ist die Entstehungsgeschichte vom Song „Story of Love“ vom kommenden Album?
Die ersten zwanzig Minuten wollte ich den Song nur über meine Tochter schreiben, doch dann habe ich mich daran erinnert, dass ich ja bereits vor 20 Jahren „Got the Girl“ geschrieben habe. Also habe ich es auf meine gesamte Familie ausgeweitet – das war dann mein Weihnachtsgeschenk an sie. Ich habe es geschrieben und dann für meine Eltern, meine Brüder und ihre Frauen, ihre Kinder und meine Frau und Kinder und einfach alle zusammen gespielt. Ich habe meine Gitarre rausgeholt und das Blatt mit dem Text und ja, das war mein Geschenk. 

[Story of Life – Über seine Kinder]
Sie sind eine Erinnerung daran, wer und was du bist. Wenn du etwas sagst und sie wiederholen es, siehst du, was schlecht und was gut an dir ist. […] Deine Eltern haben dich beeinflusst, du beeinflusst deine Kinder bis sie schlussendlich wieder dich beeinflussen. Das ist der Kreis des Lebens.
 
Wie kam es zu dem Song „Unbroken“?
Ich wurde von meinem music publisher gefragt, ob ich in Betracht gezogen habe, einen Song über Soldaten mit PTSD zu schreiben. Ich habe nicht nur nie in der Armee gedient, ich hatte auch noch nie wirklich Kontakt zu jemandem, der unter PTSD leidet. Ich bin einer Reihe an Menschen begegnet, die unter dieser Krankheit litten, aber das war nur für etwa eine halbe Stunde. Als ich also den Anruf bekommen habe, war es beängstigend, denn ich hatte erstmal gar nichts zu sagen. Aber als ich mit dem director geredet habe, gab es einige Anekdoten, meine Eltern haben sich während ihrer Zeit bei der Marine kennengelernt, und meine drei besten Freunde sind als der Navy beigetreten.
 
Wie kann man den Veteranen helfen?
Wenn ein Mensch, der sich so stark durch seine Uniform identifiziert und durch solchen Horror gegangen ist, heimkommt und die Uniform ablegt, haben sie nicht mehr diese Art Superhelden-Anzug an. Sie verlieren einen Teil ihrer Identität aber tragen noch immer die Erinnerungen mit sich herum. Ich hoffe, das etwas wie dieser Song die Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken kann, damit eine Diskussion entsteht, wie man ihnen helfen kann, egal ob durch Diensthunde oder von der Regierung unterstützte Aktionen oder was auch immer. Es wird die Diskussion und das Gespräch erhöhen.
 
Wirst du deinen Geburtstag am Montag (02. März) feiern?
Jeder Tag ist mein Geburtstag! Das ist auch das, was ich immer meiner Frau und meinen Kindern sage. Jeder Tag ist eine Party. Wir kommen einfach nur als Familie zusammen und essen etwas. Aber das letzte was ich jetzt noch brauche ist noch eine Party.
 
Hast du eine Botschaft an eure deutschen Fans?
An unsere großartigen Freunde dort, die uns über Dekaden unterstützt haben, ich bin dankbar und ich hoffe, ihr mögt das neue Album. Ich hoffe dass wir kommen können und etwas Besonderes machen können. Wir werden sehen, ob das funktioniert, wir versuchen es. Danke für all eure Liebe und Unterstützung!
 
Was haben dich deine Kinder gelehrt?
Die Generationen - meine sicherlich auch -  glauben sie sind schlauer als die Eltern und deine Kinder denken sie wären schlauer als du. Eine Sache die mich an meinen Kindern und den meisten Kindern dieser Generation fasziniert, ist ihr technisches Know-How. Da fragst du dich “Wie zur Hölle machen sie das? Woher können sie das?”. Ich habe ihnen das nicht beigebracht, aber es ist in ihnen. Sie leben in New York und kleben an ihrem Computer, mein Jüngster nochmal anders als mein Ältester. Das ist überwiegend zu ihrem Besseren, aber manches ist auch schwierig und traurig, da man dadurch am Computer hängt, statt rauszugehen und Ball zu spielen. Aber das ist eben die Kultur in der sie leben.
 
Wie findest du nach all der Zeit noch Inspiration für deine Songs?
An alle, die sich fragen, wie man einen Song schreibt, da sind haufenweise Möglichkeiten da, du musst nur deine Augen und Ohren öffnen wie ich gesagt habe, wenn du heute etwas schreiben möchtest, dann schreib über den Corona-Virus, weil das genau jetzt passiert. Jeder Tag ist eine Inspiration. Die Frage ist nur: Bist du offen dafür? Achtest du darauf? Dann kannst du auch immer etwas Einzigartiges zu sagen haben.
 
Welche Künstler inspirieren dich?
Oh, ich mag die neuen Sachen und ich mag die alten Sachen. Ich finde, The Who haben ein großartiges neues Album gemacht und ich finde dass Billy Eilish und Harry Styles unglaubliche neue Talente sind. 
 
Welchen Rat würdest du aufstrebenden Bands geben? 
Sie sollten alles tun, was möglich ist. Um wirklichen Erfolg zu haben, müssen sie sich  selbst treu sein. Nicht versuchen, ich zu sein, nicht jemand anderes, einfach sich selbst treu bleiben. Habt allen Spaß den ihr haben könnt während ihr Musik macht, weil ihr werdet im Leben noch genug Zeit haben, in der ihr arbeiten müsst oder kämpfen müsst. Also nehmt alles an Spaß mit, den ihr haben könnt während ihr das tut, was ihr liebt.
 
Hast du je mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören?
Viele Male. Ehrlich gesagt bist du irgendwann an einem Punkt in deinem Leben, da ist der Blick aus einem Hotelzimmer nicht mehr aufregend. Jetlag, Zimmerservice und die gleichen Klamotten für acht oder neun monate in einem Koffer haben dann ihren Reiz verloren. Wenn du das Ganze etwas bewusster angehst, dann wird’s dir gut gehen. Es gab also die Zeiten, in denen ich gesagt habe: Es reicht, ich muss mich endlich davon lösen.
 
Wie hat sich Bon Jovi im Vergleich zu den 80ern verändert?
Es ist nicht mehr alles so bombastisch wie noch in den 80ern, soundtechnisch und mit den Schulterpolstern oder den langen Haaren. Die 80er waren einfach eine andere Zeit, wissen Sie? Und ich bin nun älter, weiser und habe mittlerweile deutlich mehr erlebt. Deswegen habe ich auch mehr zu erzählen.
 
Wirst du dich bei der Präsidentschaftswahl dieses Jahr politisch einbringen?
Ich habe in den letzten 25 Jahren verschiedene demokratische Kandidaten im Wahlkampf um Präsidenten-, Gouverneurs- oder Senatoren-Ämter unterstützt. Aber es wird davon abhängen, wer der Kandidat sein wird und wie seine Message ist. Es ist noch zu früh das zu entscheiden. Die meisten Amerikaner schenken der Sache aktuell noch keine wirkliche Aufmerksamkeit. Obwohl ich selbst einer dieser Junkies bin, der sich einfach alles anschaut. Es ist einfach noch zu früh.

Wie hängt der Song ​Lower the Flag mit den Waffengesetze in den USA zusammen?
Es muss ein Wille da sein, etwas zu ändern! Daran zu denken, dass in unseren Schule Attentate stattfinden, ist nicht genug um etwas daran zu ändern. In meinem Song habe ich mich tatsächlich für keine der beiden Seiten ausgesprochen. Wenn du der Meinung bist, dass Waffen schlecht sind, dann sag einfach "Waffen sind schlecht." Und wenn du der Meinung bist, dass Waffen gut sind, dann sagst du "Waffen sind gut". All unsere Unterhaltungen darüber fangen mit einer Diskussion an.
Als ich den Song geschrieben habe, habe ich darüber nachgedacht, "wenn das jemandem aus deiner Familie passiert wäre, wie würdest du dich dann fühlen? Lass uns darüber reden!" Alles was ich möchte, ist eine Unterhaltung zu starten - keinen Streit.
 
Wie fühlt es sich in der heutigen Zeit an, Amerikaner zu sein?
Es fühlt sich so an wie schon immer: Es ist mein Zuhause. Aber ich bin für viele Jahre um die Welt gereist. Deshalb hatte ich schon immer viel Verständnis für die Schwierigkeiten verschiedener Menschen verschiedener Länder. Und das sind genau die gleichen Schwierigkeiten, wie sie auch die Menschen in Amerika haben. 
Jeder hat das Ziel, ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Teller zu haben und seine Kinder zu beschützen - egal aus welcher Kultur man stammt. Meine Heimat ist Amerika, aber ich fühle mich mehr wie ien Bürger der Erde. Trotzdem bin ich stolz darauf, Amerikaner zu sein.

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