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Musikreport

Metallica: Interview mit Kirk Hammett zum neuen Album "S&M 2"

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Das neue Album erscheint am 28. August

Es ist kurz nach 20 Uhr - das Telefon im Studio klingelt - am anderen Ende der Leitung ist der gut gelaunte und sympathische Leadgitarrist von Metallica - Kirk Hammett.

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Kirk ist zurzeit auf Hawaii, genauer gesagt in Honolulu und durch die Zeitverschiebung ist es bei ihm jetzt 8 Uhr! Ganz schön früh für einen Rockstar - doch gleich zu Beginn des Gesprächs stellte sich heraus, dass er sogar noch früher aufsteht: gegen 5 / 5.30 Uhr. Doch dank seiner täglichen Routine ist der 57-jährige top fit und voller Energie.

Los geht’s morgens erstmal mit einer Tasse Kaffee und Zeitung lesen, danach stehen meditieren und Yoga auf dem Programm und abwechselnd surfen, Fahrrad fahren, wandern und solche Dinge. 
 
Aber das DING worüber wir in erster Linie mit ihm gesprochen haben, ist natürlich das neue Album „S&M 2“, das am 28. August erscheint.
 

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Kirk, euer neues Live-Album „S&M2“ kommt bald raus. Wie aufgeregt bist du?
 

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Wie aufgeregt bist du vor dem Release von "S&M2"?

Kirk Hammett: Sehr sogar, weil ich wirklich fand, dass die Show gut rüberkommt. Die Konzerte waren - verglichen mit dem ursprünglichen Release - unterschiedlich genug. Mit diesen Shows können wir durch das Live-Set mal etwas Anderes bieten.​

22 Songs sind auf dem Album drauf – wie schwer ist euch die Entscheidung gefallen welche Lieder ihr als Single veröffentlichen wollt?
 

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Wie schwer ist es euch gefallen die Singles festzulegen?

 
Kirk Hammett: Wir haben prinzipiell die Songs ausgewählt, die das Symphonieorchester am besten zur Geltung bringen. "All Within My Hands" haben wir vor ein paar Jahren umgeschrieben, sodass wir den Song bei Akustikshows spielen konnten. Wir haben uns so sehr dran gewöhnt, diesen Song zu spielen, dass wir dachten, der wäre perfekt für die Symphonie. Es ist so gut geworden, dass wir entschieden haben, den als Single zu veröffentlichen.
 

Und „Nothing Else Matters“?
 

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Was ist mit "Nothing Else Matters"?

 
Kirk Hammett: "Nothing Else Matters" war der Song, mit dem alles begann. Wir hatten mit Michael Kamen (Dirigent „S&M“ – 1999) schon beim Black Album für "Nothing Else Matters" zusammengearbeitet, er hat das Streicherarrangement gesetzt. Er hat das so toll gemacht und es klang (auch bei dieser Version) so gut, dass es für uns nur logisch war, den Song nochmal als Single zu veröffentlichen. Damit können wir die Leute daran erinnern, dass damit alles angefangen hat und alles wieder hierhin führt.
 

 
Wie hast du dich auf „S&M 2“ vorbereitet?
 

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Wie hast du dich auf "S&M2" vorbereitet?

 
Kirk Hammett: Ich wusste, was mich erwartet, deshalb wusste ich, dass es eine wirklich tolle Erfahrung sein wird. Zwei Wochen vor der Show habe ich angefangen, mehr zu trainieren, sodass ich mich darauf verlassen konnte, dass ich in einem guten körperlichen Zustand sein werde. Eine Woche vor der Show habe ich dann angefangen, mehr auf der Gitarre zu proben und habe dann ausschließlich Akustikgitarre gespielt, um meine Hände zu stärken. So wusste ich vor den Shows, dass ich vorbereitet bin – sowohl körperlich als auch musikalisch. Klassische Musiker befinden sich auf einem so hohen Niveau in Bezug auf ihr musikalisches Können; die spielen dir einfach alles, was du ihnen vorsetzt. Ich wollte auf ihrem Level mithalten. Deshalb war es mir sehr wichtig, dass ich diesen Teil von mir abrufen kann.

Dein Bandkollege - Robert Trujillo – hat in einem Interview mit „Kerrang!“ gesagt: „S&M 2 war für ihn die krasseste Erfahrung, die er je gemacht hat“. Für Rob, war es das erste Mal „S&M“. Wie war es für dich?
 

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Wie war die "S&M2"-Erfahrung für dich?

 
Kirk Hammett: Ich wusste ziemlich genau, was mich erwartet. Es ist eine unglaubliche Erfahrung auf der Bühne mit mehr als 70 Instrumenten zu stehen und einfach ein lautes Riff zu spielen und zu hören, wie die Klänge des Orchesters Gestalt annehmen. Es ist so kraftvoll und so groß, dass man sich die Frage stellt: "Wie kann man das nicht mögen"? Das Ganze macht die Musik noch schöner und hat tollen Einfluss auf meinen Gitarrensound und wie ich spiele.
Für mich als Gitarrist, ist es das Beste auf der Welt! Ich liebe es mit dem Orchester zu spielen und klassische Musik hat mir schon immer gefallen. Es ist einfach unbeschreiblich cool.

20 Jahre nach dem ersten „S&M“ Konzert habt ihr das neu gebaute „Chase Center“ in San Francisco eröffnet. Beide Abende waren mit jeweils knapp 20.000 Zuschauer ausverkauft. Wie nervös warst du vor der Show?
 

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Wie nervös warst du vor der Chase Center-Eröffnung?

 
Kirk Hammett: Manche Aspekte der Show haben mich nervös gemacht. Auf "All Within My Hands" mussten wir dreistimmig singen. Rob, ich und der Sänger, der mit uns aufgetreten ist, haben ungefähr eine Woche vorher angefangen, das zu üben, um sicherzustellen, dass diese Harmonien sich gut anhören - gerade und geschmeidig. Rob und ich sind es nicht wirklich gewohnt, sowas live auf der Bühne zu machen. Deshalb habe ich mich besonders mit diesem Teil der Show beschäftigt. 

Außerdem hat mir das Intro zu "Wherever I May Roam" zu schaffen gemacht. Es ist ein sehr einfacher Teil, aber irgendwie habe ich das in den Proben immer wieder versaut. Und ich habe zu mir selbst gesagt: "Wieso versau ich das immer? Ich habe das Riff doch Millionen Mal gespielt! Ich hoffe wirklich, dass ich das nicht vor 20.000 Leuten und dem Orchester versau." Als es Zeit wurde, den Song zu performen, habe ich etwas gezittert. Ich bin zur Sitar gegangen und hab‘s geschafft! Da habe ich mir gedacht: "Gott sei Dank, dass ich es geschafft habe, weil es ist wirklich ein leichter Part." Ich weiß nicht, warum ich es zuvor nicht hingekriegt habe, ich glaube, das lag einfach an der Aufregung. 

Ansonsten habe ich dafür gesorgt, dass ich gut vorbereitet war - mental und körperlich. Abgesehen von den beiden Teilen der Show, habe ich mich durchweg ziemlich gut und sicher gefühlt. 

Was ist dein Lieblingssong auf dem Album?
 

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Was ist dein Lieblingssong auf dem Album?

 
Kirk Hammett: Ich muss sagen, die Orchesterbesetzung hat "Halo On Fire" wirklich gut getan. Es hat sich so gut angefühlt, den Song zu spielen! 
Im Verlauf des Songs habe ich die ganze Zeit gedacht: "Es ist so toll, es klingt so schön" und dann war das Gitarrensolo an der Reihe... Ich weiß, ungefähr zu 50%, was ich während des Solos spielen werde und die anderen 50% entstehen spontan. In dem Teil, der spontan entstand, hab ich meine ganze Begeisterung für den Moment entladen können. Ich habe auf dem Song wirklich gut improvisiert. Das war ein persönliches Highlight. 
 

Euer Produzent Greg Fidelman hat in einem Interview auf Metallica.com gesagt, dass es für ihn einen ziemlich großen Unterschied gab zwischen den beiden Auftritten. So als ob ihr als Band beim ersten Auftritt etwas zurückhaltender gewesen seid. Wie war es denn für dich?
 

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Wie waren die Auftritte für dich?

 
Kirk Hammett: Wenn man sowas macht, dann spürt man am ersten Abend immer etwas Nervosität und dass man sich erst an die Situation gewöhnen muss. Am zweiten Abend merkt man dann, dass wir das Ganze schon kennen und wissen, was wir zu erwarten haben. Dadurch hört man bei der Performance etwas mehr Sicherheit raus. So läuft das bei uns immer ab. Da gibt es so viele andere Aspekte, die noch mitspielen. Wenn du zum Beispiel weißt, dass du einen Song am zweiten Abend spielst, bei dem du am ersten Abend nicht so abgeliefert hast, dann hat man die Möglichkeit, sich nochmal mehr anzustrengen. 
 
Oder auch die unterschiedlichen Beziehungen zu den Songs. Jeder aus der Band hat eine andere Verbindung zu den Liedern. Das ist auch so ein Grund, warum jeder Aufritt unterschiedlich ist. 
Für mich, sind auch oft die Gitarren-Solos anders. Da ich viel improvisiere, unterscheidet sich das Solo beim ersten Aufritt oftmals vom zweiten Aufritt.

Wir bedanken uns bei Kirk für das Interview!
Das neue Album „S&M 2“ von Metallica erscheint am 28. August 2020.

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