41 Jahre nach Tat: Angeklagter bestreitet Mordvorwurf
Jahrzehnte nach dem Tod einer Frau beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe und betont, er habe mit dem Verbrechen nichts zu tun.
Jahrzehnte nach dem Tod einer Frau beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe und betont, er habe mit dem Verbrechen nichts zu tun.
Mehr als 40 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau hat in Ulm der Prozess gegen einen 70-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die damals 31-Jährige vergewaltigt und getötet zu haben. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe zu Prozessbeginn. Er habe die Frau nicht getötet. Der Sex sei einvernehmlich gewesen.
Der Deutsche erklärte, er habe die Getötete aus einer Wirtschaft in Göppingen gekannt. Im Februar 1985 sei es in seinem Auto oder außerhalb auf einem Parkplatz bei Deggingen im Kreis Göppingen zum Geschlechtsverkehr gekommen. Anschließend hätten sich ihre Wege getrennt. «Es war nur Sex, nichts anderes.» Er habe die Frau weder gegen ihren Willen angefasst noch verletzt oder getötet. Mit dem Verbrechen habe er nichts zu tun, ließ er über seinen Verteidiger erklären.
Staatsanwaltschaft geht von «absolutem Tötungswillen» aus
Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Der Angeklagte soll die Frau zu einem Waldweg bei Deggingen gefahren, dort vergewaltigt und gewürgt haben. Um die Tat zu verdecken, soll er sie getötet haben. Mehrfach soll der damals 29-Jährige mit einem Stein auf ihren Kopf geschlagen haben. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass er sie mit seinem Auto überfuhr. Der Staatsanwalt sprach von massiver Gewalt und einem absoluten Tötungswillen.
Die Frau war nackt und an den Beinen gefesselt neben einem Waldweg von Spaziergängern gefunden worden. Jahrzehntelang blieb der Fall ungeklärt. Neue Ermittlungen brachten schließlich den Durchbruch. Eine bereits 1985 gesicherte DNA-Spur könnte dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Der Angeklagte gab im Jahr 2022 eine Speichelprobe ab.
Fünf Monate nach der Hausdurchsuchung festgenommen
Im November 2025 wurde das Haus des Tatverdächtigen in Schwendi im Landkreis Biberach durchsucht. Die Auswertung beschlagnahmter Beweismittel, eine Neubewertung alter Spuren, ein rechtsmedizinisches Gutachten und DNA-Abgleiche erhärteten laut Staatsanwaltschaft den Tatverdacht.
Der 70-Jährige wurde im April festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 11. November fallen.
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