Weil er einen Ordnungsamtsmitarbeiter wegen eines Knöllchens in Öhringen angefahren haben soll, ist Anklage gegen einen 75 Jahre alten Mann erhoben worden. Die Heilbronner Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen versuchten Mord vor. Der Mann soll Mitte Juni mit seinem Auto frontal auf den Mitarbeiter zugefahren sein, nachdem dieser ein Verwarnungsgeld ausgesprochen hatte.
Der damals 31 Jahre alte Mitarbeiter hatte den Angaben zufolge nahe eines Supermarktes das Verwarnungsgeld ausgestellt, weil das Auto des Mannes verbotswidrig geparkt gewesen sein soll. Er sei arg- und wehrlos gewesen und habe unmittelbar vor der Fahrzeugfront stehend keine Möglichkeit zum Ausweichen gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Erst nach 20 Metern losgelassen
Der Mitarbeiter des Amtes sei bei der Auto-Attacke auf die Motorhaube des Rentners aufgeladen worden, während dieser weiter beschleunigte und knapp 30 Kilometer pro Stunde erreichte. Nach rund 20 Metern ließ der Mitarbeiter los, weil der Fahrer offenbar nicht anhielt.
Bei dem Sturz erlitt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes Schürfungen und Prellungen. Anschließend soll der Fahrer über eine rote Ampel gefahren und die Flucht ergriffen haben.
Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe seien erfüllt, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Der Mann sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun die zuständige Schwurgerichtskammer des Landgerichts Heilbronn.
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