Für einen 74-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.
Philipp von Ditfurth/dpa
Für einen 74-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.
Tödlicher Messerangriff

Bluttat in Freiburg - stach Tatverdächtiger zuvor schon zu?

Nach zwei Messerangriffen in Freiburg steht ein 30-Jähriger im Fokus der Ermittlungen. Ein Mann starb, einer wurde schwer verletzt. Mehrere Fragen sind noch offen.

Blumen liegen am Mittwochmorgen auf einem Parkplatz an der Willy-Brandt-Allee in Freiburg. Auf dem Boden sind noch die grünen Markierungen des Tatorts zu sehen. Mehrere Passanten laufen vorbei und betrachten den Ort, an dem am Vorabend ein Mensch gewaltsam zu Tode gekommen ist. Die Stimmung in dem sonst eher ruhigen Stadtteil Rieselfeld ist betroffen.

Ein 74 Jahre alter Mann wurde hier am späten Dienstagabend mit einem Messer angegriffen. Als Notruf ging der Polizei zufolge die Meldung eines schwer verletzten Menschen ein - als die Einsatzkräfte vor Ort ankamen, war der Mann demnach bereits leblos. Auch die sofort eingeleiteten medizinischen Maßnahmen des Rettungsdienstes konnten den 74-Jährigen nicht mehr retten. Er wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft und Polizei Stich- und Schnittverletzungen auf.

Tatverdächtiger noch am Abend festgenommen

Dank der Personenbeschreibung von Zeugen habe die Polizei sofort in die Fahndung übergehen und den dringend tatverdächtigen Deutschen im Bereich der Berliner Allee festnehmen können, so die Staatsanwaltschaft. Auch die mutmaßliche Tatwaffe sei in der Nähe des Tatorts gefunden worden. An der Fahndung waren unter anderem ein Polizeihubschrauber sowie die Polizeihundeführerstaffel beteiligt.

Ob der 30-Jährige und das Opfer sich kannten, blieb zunächst unklar, ebenso wie das Motiv der Tat. Auf einen religiösen Hintergrund habe es keine Hinweise gegeben - die Tat geschah vor einem kirchlichen Gemeindezentrum. Weitere Menschen seien nicht angegriffen worden.

30-Jähriger soll für weiteren Messerangriff verantwortlich sein

Den aktuellen Ermittlungen zufolge wird der 30-Jährige außerdem dringend verdächtigt, für einen weiteren Angriff verantwortlich zu sein. Auf dem Vorplatz eines Gebäudes am Schlossbergring nahe der Freiburger Innenstadt sei der Tatverdächtige einem 29-Jährigen begegnet. Plötzlich soll der 30-Jährige der Polizei zufolge ein Messer gezogen und ihn damit angegriffen haben. Der 29-Jährige wurde demnach schwer verletzt und konnte sich auf die Straße retten. 

Nach dieser Tat konnte der Tatverdächtige nicht ausfindig gemacht werden. Ob es sich um die gleiche mutmaßliche Tatwaffe handelt, war zunächst unklar. Auch zum Motiv dieser Tat gab es zunächst keine Angaben.

Noch im Laufe des Tages soll der Deutsche dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Kriminalpolizei sucht außerdem Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können.

© dpa-infocom, dpa:260909-930-658997/2
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