Darum fährt ein Floß 250 Kilometer über Saar und Mosel
Ein Floß aus Baumstämmen schippert über Saar und Mosel. Was die Crew antreibt - und warum trotzdem ein Motor an Bord ist.
Ein Floß aus Baumstämmen schippert über Saar und Mosel. Was die Crew antreibt - und warum trotzdem ein Motor an Bord ist.
Ein ganz besonderes Gefährt ist zurzeit auf der Mosel unterwegs: ein Floß aus 15 Baumstämmen mit einer kleinen Hütte darauf und mit Rudern zum Lenken. Gebaut haben es die «Schiltacher Flößer» aus dem Kinzigtal im Schwarzwald: Vor knapp einer Woche sind sie in Rehlingen-Siersburg im Saarland auf der Saar gestartet.
Nach 250 Kilometern über Saar und Mosel ist Koblenz ihr Ziel. «Bisher ging alles ohne Probleme», sagte Floßmeister Thomas Kipp auf der letzten Etappe bei Kobern-Gondorf. Die Tour mit acht Mann Stammbesetzung habe Spaß gemacht. «Und wir haben viel Glück mit dem Wetter gehabt», sagte er.
Warum das Ganze? Die Flößer wollen mit ihrer Fahrt auf die Tradition der Flößerei aufmerksam machen und Wissen weitergeben. «Auch auf Mosel und Saar war die Flößerei über Jahrhunderte von großer Bedeutung», sagte Kipp. Die Flüsse seien Zubringerflüsse gewesen, auch für Holztransporte über den Rhein nach Holland.
Floß liegt ruhig und gut im Wasser
Langsam gleitet das Floß über das Wasser. «Es wackelt nicht.» Am Heck gibt es auch einen Motor. «Den brauchen wir, um auch mal gegen den Strom fahren zu können oder um in die Schleuse zu kommen», sagte der Experte.
2022 hatte die Unesco die Flößerei zum Immateriellen Kulturerbe erklärt. «Ich sehe darin auch den Auftrag, das Wissen um die Flößerei weiterzuvermitteln», sagte der Floßmeister.
Kipp und sein Team vom Schiltacher Flößer-Verein waren schon auf anderen Flüssen unterwegs: 400 Kilometer auf dem Rhein, 500 Kilometer auf der Donau, 200 Kilometer auf dem Neckar und 200 Kilometer auf der Weser und der Elbe.
Die «Schiltacher Flößer» gibt es seit 1998, derzeit gehören 27 aktive Flößer dazu. Auf welchem Fluss sie als Nächstes fahren wollen? «Das haben wir noch nicht geplant», sagte Kipp.
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