Auktionshaus bereitet sich auf Demo von «Gen Z regelt» vor.
Florian Ertl/dpa
Auktionshaus bereitet sich auf Demo von «Gen Z regelt» vor.
Jugendproteste

Demo «Gen Z regelt» – Stuttgarter Auktionshaus bleibt zu

Die für Samstag geplanten Proteste richten sich unter anderem gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Wehrpflicht. Wie sich der Einzelhandel auf den Demonstrationstag vorbereitet.

Angesichts der geplanten Demonstration unter dem Motto «Gen Z regelt» am kommenden Samstag in Stuttgart bleibt das bekannte Auktionshaus Eppli geschlossen. «Wir möchten kein Risiko eingehen», sagte Ferdinand Eppli der Deutschen Presse-Agentur. Im Vorfeld habe man sich mit vielen anderen Einzelhändlern ausgetauscht.

Außerdem würden die Schaufenster ausgeräumt. Es solle nichts zu sehen sein, was jemanden anlocken könnte. Eine für Samstag geplante Auktion werde ohne Publikum stattfinden und komplett ins Internet verlagert.

Protest nicht nur in Stuttgart

Zu den Protesten ruft eine Initiative im Netz auf. Sie nennt sich «Gen Z regelt» beziehungsweise «Gen Z steht auf» und setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. «Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden», heißt es in einem Positionspapier. Gewalt lehnt die Gruppe ab.

Nach Angaben auf der Internetseite der Initiative waren Demonstrationen zunächst unter anderem in Stuttgart (Schlossplatz), Karlsruhe (Europaplatz), Freiburg (Platz der Alten Synagoge) und Ulm (Hirschstraße) geplant.

Geschäfte in Stuttgart bleiben teils geschlossen

Stuttgarts City-Manager Holger Siegle sagte, man stehe seit Anfang vergangener Woche in konstantem Austausch mit Polizei und Amt für öffentliche Ordnung und habe großes Vertrauen in die Behörden und deren Umgang mit der angekündigten Demo.

Der Einzelhandel reagiere unterschiedlich. «Vereinzelt wird es wohl Abklebungen an Schaufenstern geben und teilweise bleiben die Geschäfte an diesem Tag geschlossen aus Sorge vor Ausschreitungen.» In manchen Bereichen werde das Sicherheitspersonal aufgestockt.

Handelsverband fordert konsequenten Schutz des Eigentums

Ein Sprecher des Handelsverbands Baden-Württemberg sagte, man habe den Mitgliedern empfohlen, die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen, die Beschäftigten für die Situation zu sensibilisieren und das unmittelbare Umfeld im Blick zu behalten. «Bewegliche Gegenstände wie Mobiliar, Blumenkübel, Schilder oder Schirmhüllen sollten nach Möglichkeit vorübergehend gesichert oder entfernt werden.»

Von der Polizei erwarte man, dass sie Leib und Leben sowie das Eigentum konsequent schütze und bei Störungen und drohenden Ausschreitungen frühzeitig und entschlossen einschreite.

«Von den Demonstrierenden erwarten wir, dass sie ihre Anliegen friedlich und gewaltfrei vorbringen.» Das Recht auf Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut der Demokratie. «Es darf aber nicht dazu führen, dass andere Menschen gefährdet, Sachwerte beschädigt werden oder die Sicherheit in unseren Innenstädten beeinträchtigt wird.»

© dpa-infocom, dpa:261029-930-911857/1
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