Rothweiler ist studierter Betriebswirt.
Christoph Schmidt/dpa
Rothweiler ist studierter Betriebswirt.
Fraktionsvorsitz

Dieser Mann führt künftig die AfD im Landtag an

Machtwechsel an der Fraktionsspitze: Die AfD ist so stark wie nie im Plenum vertreten. Die neue Truppe wird von einem Mann geleitet, der bislang kaum in Erscheinung getreten ist.

Der bisherige Kommunalpolitiker Martin Rothweiler führt die neue AfD-Fraktion im Landtag an. Die Abgeordneten wählten den 48-Jährigen bei ihrer konstituierenden Sitzung am Samstag zum neuen Vorsitzenden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. 

Zu seinen Stellvertretern wurden Co-Landeschef Emil Sänze, Dennis Klecker, Joachim Kuhs, Sandro Scheer und Stephan Schwarz gewählt. Neuer Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion ist demnach der Abgeordnete Miguel Klauß.

Mit der Amtsausübung des bisherigen Fraktionschefs Anton Baron hatte es zuvor Unzufriedenheit in den Reihen der Fraktionsmitglieder gegeben. AfD-Landeschef Markus Frohnmaier hatte bereits im November gesagt, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass Rothweiler neuer Fraktionschef wird. Baron hatte Frohnmaiers Werben für Rothweiler damals offen kritisiert. 

Rothweiler dürften viele Menschen im Land nicht kennen, er war bislang gar nicht im Landtag vertreten. Er hatte auf Platz 2 der Landesliste für den Wahlkreis Villingen-Schwenningen kandidiert. Der studierte Betriebswirt saß in Villingen-Schwenningen schon länger für die AfD im Gemeinderat und im Kreisrat. Rothweiler ist in Schorndorf geboren und arbeitete bislang für den AfD-Bundestagsabgeordneten Marc Bernhard.

Die neue zentrale Figur der AfD im Landtag

Auf dem ersten Platz der Landesliste kandidierte Co-Landeschef Emil Sänze, der allerdings keinen Anspruch auf den Fraktionsvorsitz geltend gemacht hatte. Der Bundestagsabgeordnete Frohnmaier hatte gar nicht für den Landtag kandidiert und wäre nur als Ministerpräsident nach Baden-Württemberg gekommen. Weil Frohnmaier in der Bundespolitik bleibt, macht das Rothweiler zur zentralen Figur der AfD im baden-württembergischen Landtag.

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hatte die AfD 18,8 Prozent erreicht - und damit ihr Ergebnis fast verdoppelt. Damit kommt sie auf 35 Mandate und ist mit Abstand die stärkste Oppositionskraft. 

Die SPD kommt nur auf 10 Sitze im Parlament. Grüne und CDU haben jeweils 56 Sitze im Landtag inne. Derzeit verhandeln die beiden Parteien über eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition. Zusammen haben sie eine Zweidrittelmehrheit im Landtag. Nach der Wahl hieß es von der Parteispitze der AfD, dass man sich als Opposition konstruktiv verhalten wolle.

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