Dutzende Hektar in Flammen – auch Evakuierung nötig
Dutzende Hektar Feld und Wiese sind im Südwesten am Wochenende in Flammen gestanden. Besonders brenzlig wurde es bei einer Einrichtung für Betreutes Wohnen. Ein Überblick.
Dutzende Hektar Feld und Wiese sind im Südwesten am Wochenende in Flammen gestanden. Besonders brenzlig wurde es bei einer Einrichtung für Betreutes Wohnen. Ein Überblick.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit musste die Feuerwehren am Wochenende zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Weil Teile eines Feldes bei Stutensee, einer Stadt nördlich von Karlsruhe, in Flammen standen, musste auch eine Einrichtung für Betreutes Wohnen evakuiert werden. Auch in anderen Regionen von Baden-Südwesten waren Felder, Wiesen und Büsche in Flammen aufgegangen. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Feuer erst kurz vor Hauswänden gestoppt
27 Menschen sind aus dem Betreuten Wohnen in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer erfasste am Samstag die komplette Grünanlage neben den beiden äußeren Wohngebäuden der Anlage und konnte erst unmittelbar vor den Hauswänden gestoppt werden, wie die Feuerwehr mitteilte.
Das Betreute Wohnen befindet sich an einem Seniorenheim. Die Evakuierten wurden während des Löscheinsatzes von Pflegepersonal betreut. Insgesamt brannten rund fünf Hektar Brachfläche und Stoppelfeld, das entspricht einer Größe von etwa sieben Fußballfeldern. Warum es zu dem Brand kam, war zunächst unklar.
Bei Heilbronn war die Feuerwehr am Samstag bei mehreren Flächenbränden auf Feldern im Einsatz. Die Flammen hätten sich rasant ausgebreitet, die Rauchsäule sei Kilometer weit zu sehen gewesen, teilte die Feuerwehr mit. Rund 110 Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen, geholfen hätten auch Landwirte mit Traktoren und Wasseranhängern.
Grills verursachen mehrere Brände
Weitere Brände wurden durch Grills im Freien ausgelöst. Auf einer Wiese in Reutlingen fiel einem Mann ein Stück glühende Grillkohle auf eine Wiese. Innerhalb kürzester Zeit standen rund 800 Quadratmeter in Flammen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Der Mann habe die Flammen nicht mehr selbst löschen können und die Feuerwehr musste ausrücken. Die Funken aus einem Holzgrill in einer Schrebergartenanlage setzten Gräser und Sträucher in Flammen. Die Polizei beziffert den Schaden jeweils auf mehrere tausend Euro.
Ähnliches ereignete sich auch bei Berglen im Rems-Murr-Kreis: Hier ließ ein 62-Jähriger eine Feuerschale für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt. Die Flammen setzten in dieser Zeit das trockene Gras im Umfeld in Brand. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen berichtete insgesamt von einer «Vielzahl kleinerer Brände». Auch die Feuerwehr Stuttgart rückte einem Sprecher zufolge zu einigen kleineren Bränden aus.
Heuballen und Holzlager in Flammen
Auf einem Feld bei Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) gerieten am Samstag zudem mehrere Heuballen in Brand. Laut Polizei löschten Feuerwehrleute eine Fläche von rund 25 Hektar beziehungsweise von 35 Fußballfeldern. In der Nacht griff im rund fünf Kilometer entfernten Oftersheim ein Böschungsbrand auf ein Holzlager über. Auch hier löschten Feuerwehrleute die Flammen.
Gefahr von Bränden bleibt kommende Tage bestehen
Auch in den kommenden Tagen dürften Wald- und Vegetationsbrände Feuerwehrleute weiter in Atem halten. Der Waldbrandgefahrenindex sowie der Graslandfeuerindex des DWD bleiben weiterhin für weite Teile des Südwestens hoch. Zumindest die Gefahr von Bränden auf offenen Flächen und Feldern reduziert sich im Laufe der Woche. Ab Mittwoch zeigt der fünfstufige Gefahrenindex nur noch Stufe drei für den Südosten des Landes. Die Gefahr für Waldbrände bleibt aber weitestgehend hoch.
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