Wer jubelt am Ende? Der FC St. Pauli, der VfL Wolfsburg oder doch noch der 1. FC Heidenheim? (Archivbild)
Swen Pförtner/dpa
Wer jubelt am Ende? Der FC St. Pauli, der VfL Wolfsburg oder doch noch der 1. FC Heidenheim? (Archivbild)
Fußball-Bundesliga

Einer aus drei: Wer rettet sich in die Relegation?

Selten war die Konstellation im Abstiegskampf vor einem Saisonfinale so spannend. Wolfsburg, Heidenheim und der FC St. Pauli sind punktgleich auf den letzten drei Plätzen. Wer hat die besten Chancen?

Rette sich, wer kann: Der VfL Wolfsburg, der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli hoffen vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr/Sky), noch in die Abstiegsrelegation zu kommen. In Hamburg treffen der Tabellenletzte FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg direkt aufeinander. Und Trainer, Spieler und Verantwortliche beider Teams werden darauf schielen, was etwa 650 Kilometer südlich der 1. FC Heidenheim gegen den FSV Mainz 05 macht. 

Wer wird in die Hoffnungsrunde gegen den Zweitliga-Dritten rutschen? Was spricht für und was spricht gegen den VfL Wolfsburg, den 1. FC Heidenheim und den FC St. Pauli?

16. VfL Wolfsburg (26 Punkte/42:68 Tore/Tordifferenz: -26)

Pro: Unter Trainer Dieter Hecking hat sich die teure Mannschaft endlich stabilisiert. «Er kam mit seinem Charisma und seiner Aura. Seine Erfahrung aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit überträgt sich auf die Spieler», sagte Christian Eriksen bei Sky. Der dänische Star hat beim VfL die Führungsrolle übernommen. Trotz des 0:1 gegen den deutschen Meister Bayern München zuletzt überzeugte das Team und zeigte in der ersten Halbzeit die beste Saisonleistung. Individuell ist der Kader wesentlich besser besetzt als die Konkurrenten aus Heidenheim und Hamburg.

Kontra: Auch wenn die Formkurve der Wolfsburger nach oben geht, die Saison-Bilanz ist desaströs. Hecking ist bereits der dritte Trainer. Von den vergangenen 16 Spielen gewannen die Niedersachsen nur eines - mit 2:1 bei Union Berlin. Spieler selbst prangerten schon mehrfach den fehlenden Zusammenhalt an. Erst in der vergangenen Woche wurden Mohamed Amoura und Kevin Paredes nach einem Streit im Training aus dem Kader gestrichen. Der Druck ist enorm: Der Volkswagen-Konzern unterstützt den Club mit mehr als 70 Millionen Euro pro Jahr. Ein Abstieg nach 29 Jahren wäre ein peinlicher Betriebsunfall.

17. 1. FC Heidenheim (26/41:70/-29)

Pro: Der Trend spricht in dem Abstiegs-Triell für die Heidenheimer. Lange Zeit galten sie als abgeschrieben und wirkten resigniert. Doch mit 12 von 21 möglichen Punkten haben sie zuletzt ein beeindruckendes Lebenszeichen gesetzt. Aus den letzten drei Partien holten die Heidenheimer allein sieben Zähler. Dauer-Trainer Frank Schmidt hat der Mannschaft neue Zuversicht gegeben. Mit Druck können die Spieler umgehen und haben einige Alles-oder-nichts-Spiele erfolgreich überstanden. Zudem geht es für Samstag-Gegner FSV Mainz 05 um nichts mehr. 

Kontra: Plötzlich haben die Heidenheimer etwas zu verlieren. Nachdem lange alles gegen sie gesprochen hat und sie sich damit wohlgefühlt haben, spricht jetzt einiges für sie. Mit den Hoffnungen sind Druck und Erwartungen gewachsen. Die Heimbilanz ist mit vier Siegen, fünf Remis und sieben Niederlagen nicht berauschend. Die Abwehr ist mit 70 Gegentoren die schwächste in der Liga.

18. FC St. Pauli (26/28:57/-29)

Pro: Der FC St. Pauli und sein Trainer Alexander Blessin können Abstiegskampf. Im vergangenen Jahr schaffte es der Club vom Kiez, erstmals seit 1996 nicht gleich nach dem Aufstieg wieder sofort abzusteigen. Faktoren waren und sind auch in dieser Saison das Millerntor-Stadion, die Fans und die besondere Atmosphäre. Zwar ist die Abwehr in dieser Saison nicht so stabil wie in der Spielzeit davor. Mit 57 Gegentreffern haben die Hamburger unter den letzten drei Teams aber die eindeutig niedrigste Quote.

Kontra: Zuletzt ging ein Magen-Darm-Virus in der Mannschaft um. Ob alle Spieler am Samstag wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sein werden, ist offen. Leistungsträger wie Eric Smith oder Kapitän Jackson Irvine schwächelten ohnehin zuletzt. Im Angriff hapert es schon die gesamte Saison. Mit 28 Treffern stellt der FC St. Pauli die eindeutig erfolgloseste Offensive der Bundesliga. Der Trend insgesamt geht nach unten: Neun Spiele wartet die Mannschaft auf einen Sieg, dabei holte sie nur drei Punkte. Die drei vergangenen Partien gingen alle verloren. Die Fans machten zuletzt - was ungewöhnlich ist - ihrem Unmut Luft.

Claas Hennig, Sebastian Stiekel, Maximilian Wendl, dpa
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