Videoaufzeichnungen werden nach der Attacke auf das Stromnetz ausgewertet. (Archivfoto)
Jason Tschepljakow/dpa
Videoaufzeichnungen werden nach der Attacke auf das Stromnetz ausgewertet. (Archivfoto)
Suche nach Tätern

Ermittler werten Videoflut nach Strom-Sabotage aus

Nach dem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen analysiert das Landeskriminalamt umfangreiche Videoaufnahmen aus dem Umfeld des Tatorts. Parallel dazu läuft die Prüfung linksextremistischer Blogs.

Auf der Suche nach den Tätern, die das Reutlinger Stromnetz mit einem Feuer lahmgelegt haben, wertet das Landeskriminalamt in Stuttgart umfangreiche Videoaufnahmen aus. Rund um den Tatort am Umspannwerk hätten einige Betriebe Sicherheitskameras, sagte ein LKA-Sprecher. «Videoaufzeichnungen aus dem Umfeld des Tatorts wurden und werden erhoben und aktuell ausgewertet». Es handele sich um gigantische Datenmengen. 

Die Analysen des für die Sabotage benutzten Brandbeschleunigers seien weitgehend abgeschlossen. «Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir keine Auskünfte zu Art und Zusammensetzung machen», sagte der LKA-Sprecher.

Stromattacke auf linksextremistischen Blogs und Plattformen

Nachdem die Attacke zunächst in einem Blog namens «Switch off» unter der Rubrik «Aktionen/Sabotagen» mit diversen Berichten thematisiert wurde, taucht der Vorfall nun auch auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia auf. Auch hier fand sich laut LKA bisher kein Bekennerschreiben. 

Auf Indymedia kann jede und jeder ohne Registrierung Beiträge veröffentlichen – auch anonym oder unter falschem Namen. Schon mehrfach haben sich vermeintliche Bekennerschreiben und andere Veröffentlichungen auf Indymedia als Fälschungen herausgestellt.

Geheimdienst: Kampagne animiert zu Straftaten

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) handelt es sich bei dem Blog «Switch off» um eine Kampagne, die Antikapitalismus mit Klimapolitik verknüpft. «Die Kampagne hat zum einen das Ziel, zur Begehung von Straftaten zu animieren. Zum anderen bietet sie gewaltorientierten Linksextremisten die Möglichkeit, "Kämpfe in einen gemeinsamen Kontext zu setzen" und diese so zu verbinden», so das BfV. Im Zusammenhang mit der Kennzeichnung «Switch off» werden nach Angaben der Behörde mehr als 100 Straftaten allein in Deutschland gebracht. Zu Vorfällen in Baden-Württemberg konnte das LKA zunächst keine Auskunft geben.

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