Ex-Chef gefesselt, erpresst und ausgeraubt - Prozess
Die Anklageschrift liest sich wie ein Krimi: Zwei Männer Anfang zwanzig sollen ihren ehemaligen Chef entführt und bestohlen haben. Was ist bisher zu der Tat bekannt?
Die Anklageschrift liest sich wie ein Krimi: Zwei Männer Anfang zwanzig sollen ihren ehemaligen Chef entführt und bestohlen haben. Was ist bisher zu der Tat bekannt?
Sie sollen ihren Ex-Chef unter anderem dazu gezwungen haben, vor der Kamera zu behaupten, er habe Interesse an 13-jährigen Mädchen und weise pädophile Neigungen auf: Zwei Männern wird nun vor dem Landgericht Heilbronn der Prozess gemacht. Den Tatverdächtigen im Alter von 21 und 24 Jahren wird vorgeworfen, ihren ehemaligen Chef über mehrere Stunden gefesselt im Kofferraum entführt, erpresst und ausgeraubt zu haben, wie das Gericht mitteilte. Seit Anfang April sitzen die beiden in Untersuchungshaft.
Mitte März sollen die Männer ihrem 28 Jahre alten Ex-Chef in einem Gewerbegebiet in Besigheim (Landkreis Ludwigsburg) aufgelauert haben. Daraufhin sollen sie den Mann mit Kabelbindern gefesselt und ihm einen Jutebeutel über den Kopf gezogen haben. Später klebten sie ihm den Angaben zufolge noch den Mund zu und fesselten seine Füße. Erst auf der Rückbank, später im Kofferraum sollen die Angeklagten das Opfer zu abgelegenen Feldwegen und später in dessen Wohnung gefahren haben.
«Wenn du einen Murks machst, kill ich dich»
Unter der Androhung von Gewalt verriet der Geschädigte Passwörter für Laptop, Mobiltelefone und Bankkarten, woraufhin die Männer unter anderem online Waren im Wert von mehr als 87.000 Euro bestellten sowie Bargeld abhoben. In der Wohnung des Geschädigten soll ihm einer der Angeklagten eine Schreckschusspistole an den Kopf gehalten und gedroht haben, ihn umzubringen: «Wenn du einen Murks machst, kill ich dich», zitierte ihn die Staatsanwaltschaft.
Auf Feldweg zurückgelassen
Erst am nächsten Morgen ließen sie den 28-Jährigen mit Verletzungen im Gesicht, an der Brust, am Rücken sowie an den Hand- und Fußgelenken an einem Feldweg bei Steinheim an der Murr zurück, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Eine zufällig vorbeigefahrene Radfahrerin soll dem Mann daraufhin geholfen haben, die Polizei zu alarmieren. Bei einem SEK-Einsatz Anfang April wurden die zwei Angeklagten schließlich festgenommen. Ob dem Vorfall ein Konflikt zwischen dem Unternehmer und den Männern vorausging, war zunächst unklar.
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