Einsatzfahrzeuge sind vor Ort.
Thomas Riedel/dpa
Einsatzfahrzeuge sind vor Ort.
250 Kilogramm

Fliegerbombe in Karlsruhe gefunden - Evakuierung geplant

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg löst in Karlsruhe weitreichende Maßnahmen aus. Was das für die Südstadt und den Bahnverkehr bedeutet.

Wegen einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg müssen Teile der Karlsruher Südstadt geräumt werden. Die 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart solle noch im Tagesverlauf entschärft werden, teilte die Stadt mit. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sei am Fundort. Zuerst hatte die «Pforzheimer Zeitung» darüber berichtet.

Wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen sind und wie groß der Radius rund um den Blindgänger ist, der geräumt wird, war zunächst unklar. Auch die Bahnstrecke, auf der unter anderem ICE fahren, dürfte im Berufsverkehr betroffen sein. Das Weltkriegsrelikt war den Angaben zufolge bei Bauarbeiten in einer Kleingartenanlage entdeckt worden. 

Immer wieder werden Bomben in Baden-Württemberg entdeckt

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-Württemberg immer wieder Fliegerbomben entdeckt. Am Bahnhof in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe) beispielsweise war erst vor wenigen Wochen eine Fliegerbombe entschärft worden, im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt Anfang Juli. In Pforzheim hatte eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe Mitte Mai für größere Räumungen gesorgt, bis zu 30.000 Menschen waren betroffen.

Im vergangenen Jahr hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg 19 Bombenblindgänger (2024: 13) mit einem Gewicht von je mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht. 17 seien entschärft worden, 2 kontrolliert gesprengt, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Bei 930 Einsätzen (2024: 811) hätten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition (2024: 16,6 Tonnen) eingesammelt, die auf Baustellen, Privatgrundstücken oder in freier Natur entdeckt worden waren.

Weitere Blindgänger-Funde möglich

Je nach Fundort und Zustand der Weltkriegsrelikte handeln die Behörden sofort. In anderen Fällen vergehen einige Tage zwischen Fund und Evakuierung. In dieser Zeit werden die Räumungsmaßnahmen dann vorbereitet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden laut dem Stuttgarter Regierungspräsidium etwa 1,35 Millionen Tonnen Munition auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. «Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition.» Hiervon seien etwa 10 bis 15 Prozent nicht explodiert, so dass noch viele Blindgänger in Böden und Gewässern vermutet würden.

© dpa-infocom, dpa:260826-930-585435/3
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