Freiburger Joker stechen: Schuster froh über «Impact»
Der SC Freiburg bleibt in der Bundesliga der erste Verfolger des FC Bayern und von Borussia Dortmund. In Augsburg wechselt der Trainer den Sieg ein.
Der SC Freiburg bleibt in der Bundesliga der erste Verfolger des FC Bayern und von Borussia Dortmund. In Augsburg wechselt der Trainer den Sieg ein.
In den Katakomben der Augsburger Fußball-Arena nahm Vorlagengeber Vincenzo Grifo den Freiburger Matchwinner Cyriaque Irié grinsend in den Arm. Der Nationalspieler von Burkina Faso schoss den SC Freiburg nach seiner Einwechslung kurz vor dem Schluss mit seinem Premierentor zum ersten Sieg in der Bundesliga nach zuvor zwei Niederlagen.
Das sei ein «sehr wichtiger Moment» für ihn, sagte der 21 Jahre alte Offensivspieler nach seinem Tordebüt für die lange Zeit harmlosen Breisgauer beim 2:1 (0:1) gegen den FC Augsburg. «Ich bin wirklich sehr glücklich über mein erstes Tor.» Dem im Sommer 2025 von ES Troyes AC aus der zweiten französischen Liga gekommenen Irié soll der Treffer Auftrieb geben.
Die Joker schlagen ein
Dabei waren die Gäste von ihrer Bestform lange entfernt. Nach einem Dropkick des früheren Freiburgers Michael Gregoritsch vor 30.660 Zuschauern in der 18. Minute lagen sie sogar lange zurück. Nach der Halbzeit wechselte Trainer Julian Schuster aber den Sieg ein. Es kamen Igor Matanovic (45.), Keisuke Goto und Vincenzo Grifo (beide 62.) sowie schließlich Irié (83.).
Matanovic (66.) sorgte mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze nach einer Vorlage von Goto, der unter der Woche zweimal beim DFB-Pokal-Sieg gegen den VfL Wolfsburg getroffen hatte, für den Ausgleich. Kurz vor dem Ende sorgte Irié (86.) per Kopf nach einer Flanke von Grifo für unbändige Freude bei den Breisgauern.
«Das war der Plan, dass wir hinten raus das Spiel entscheiden können», meinte Grifo, der für die Freiburger in nun 17 Bundesligaspielen gegen Augsburg acht Tore erzielt und fünf Vorlagen gegeben hat.
«Eklige» Augsburger
Seine Mannschaft bewies also wieder einmal Widerstandsfähigkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. «Hier in Augsburg ist es einfach sehr unangenehm zu spielen», befand Schuster. Die Fuggerstädter seien eine «eklige Mannschaft, da musst du voll dagegenhalten», sagte Mittelfeldspieler Yannik Engelhardt. «Die Reaktion wie auch gegen Wolfsburg war sehr gut.» Auch im DFB-Pokal hatten die Freiburger zwischenzeitlich zurückgelegen.
Als clever und abgezockt ließe sich der Auftritt der Breisgauer, die als Tabellendritter erster Verfolger von Bayern München und Borussia Dortmund bleiben, beschreiben. Schuster verwies aber auch auf die ersten 65 Minuten, «mit denen wir nicht zufrieden» sein können.
Ab ans Schwarze Meer
Der Freiburger Trainer bewies aber ein glückliches Händchen mit seinen Einwechslungen. Es sei inmitten der Englischen Wochen hart, Jungs erstmal auf die Bank zu setzen. Umso schöner sei es aber, wenn sie trotzdem bereit seien und dann so einen «Impact» (Wirkung) auf das Spiel haben würden.
Wie eben auch Matchwinner Irié. Der schnelle Außenbahnspieler sei ein «super Junge», meinte Torschütze Matanovic. «Es freut uns riesig, dass er sein erstes Tor gemacht hat, und dann auch so ein wichtiges.» So darf es für Irié und den SC Freiburg dann auch weitergehen. Nächste Station: Schwarzmeerküste. Am Donnerstag treffen die Breisgauer in der Conference League auf das von Thomas Reis betreute Trabzonspor.
Martin Moravec, dpa
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