Keine Pfiffe, kein lauter Abgesang von den Rängen - stattdessen Unterstützung. Vereint stehen die Fans trotz der aussichtslos scheinenden Situation hinter dem 1. FC Heidenheim. Nach dem 2:4 (0:2) gegen die TSG Hoffenheim wartet der Außenseiter im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nunmehr seit einem Vierteljahr oder zwölf Spielen auf einen Sieg.
Dass die 50.000-Einwohner-Stadt Mitte Mai nach drei Jahren wieder einen Zweit- statt Erstligisten hat, ist noch ein Stück wahrscheinlicher. «Es ist echt eine beschissene Situation, so erfolglos zu sein. In anderen Stadien wirst du wahrscheinlich wie eine Sau rausgetrieben - hier unterstützen dich die Fans noch», kommentierte Trainer Frank Schmidt bei Sky. Man werde trotz der nächsten Niederlage mit Applaus verabschiedet.
Schmidt erinnert an gemeinsamen Erfolgsweg der Vergangenheit
«Das gibt es nirgends anderes an keinem anderen Standort in so einer Situation», meinte Schmidt. Auch wenn alle zusammen gerade mehr falsch als richtig machen würden, zeige das doch, dass der FCH ein anderer Verein sei. «Dass man nicht vergisst, was wir alle zusammen nicht in einem oder zwei Jahren erreicht haben, sondern in fast zwei Jahrzehnten», erinnerte Schmidt, der seit mehr als 18 Jahren Trainer in Heidenheim ist und den Posten in der Oberliga übernommen hatte. Für ihn war es ein Moment, um an den langen, erfolgreichen Weg zu erinnern.
Schon vor der Partie hatte der Coach gesagt, dass selbst ein Wunder für den theoretisch noch möglichen Klassenverbleib nicht ausreichen würde. Es müssten schon zwei Wunder sein. Nun wird es vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag noch mal schwieriger,