Heißer Sommer: Hat das Folgen für die Zahl der Ertrunkenen?
Rekordhitze, volle Strände – da überraschen die jüngsten Zahlen der Lebensretter zu den Ertrunkenen in baden-württembergischen Flüssen, Bädern und Seen.
Rekordhitze, volle Strände – da überraschen die jüngsten Zahlen der Lebensretter zu den Ertrunkenen in baden-württembergischen Flüssen, Bädern und Seen.
Trotz der Rekordhitze und der vielen Badegäste an Flüssen, Seen und in Schwimmbädern sind bis Ende Juli etwas weniger Menschen ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Württemberg kamen im Südwesten 26 Männer, Frauen und Kinder ums Leben, das sind 2 weniger als im Vergleichszeitraum.
«Uns haben die Zahlen angesichts des Sommers überrascht», sagte ein Sprecher zur Zwischenbilanz. «Aber wir machen den Rückgang auch an der Prävention fest.» Ein weiterer Grund könnte aus seiner Sicht der späte Start der Sommerferien sein. Die bundesweite Zahl der Ertrunkenen und weitere Details für den Südwesten will die DLRG am Vormittag (10.00 Uhr) in Düsseldorf mitteilen.
Juni hatte den höchsten Wert seit 25 Jahren
Trotz der insgesamt gesunkenen Zahlen könnte die Hitze im Juni eine Rolle bei der Zahl der Todesfälle im Wasser gespielt haben. Denn bei Traumwetter zieht es viele Menschen an die Seen - und damit steigt die Zahl der Situationen, in denen sie ihre Kräfte überschätzen, sich zu viel zutrauen und ihr Leben riskieren. Laut DLRG ertranken allein im heißen Juni im Südwesten 13 Menschen - so viele wie in keinem anderen Juni seit 25 Jahren in Baden-Württemberg.
Auch im Vergleich zum Juni des Vorjahres war das eine alarmierende Zahl: Damals ertranken laut DLRG sieben Menschen - etwa halb so viele.
Lebensretter: Das Risiko wird oft unterschätzt
Im gesamten vergangenen Jahr ertranken im Südwesten 43 Menschen in Flüssen, Bädern oder Seen, 5 weniger als im Jahr zuvor – allerdings starben doppelt so viele junge Menschen im Wasser. In den meisten Altersklassen gingen die Zahlen zurück, bei den 21- bis 30-Jährigen verdoppelte sie sich.
Zuletzt hatten gleich mehrere Unfälle in Seen und Flüssen in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt. Im Bodensee starben am vergangenen Sonntag zwei Taucher nach einem Notaufstieg aus rund 80 Metern Tiefe. Am Abend zuvor zog die Polizei in Heilbronn die Leiche eines älteren Mannes aus dem Neckar. Und Ende Juni waren nach stundenlanger Suche die Leichen von zwei älteren Männern im Bodensee gefunden worden. Sie waren vor den Augen ihrer Frauen von einem Boot in den See gesprungen und verschwunden.
Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Allein in Baden-Württemberg zählte die DLRG 2025 demnach 9.300 ehrenamtliche Rettungsschwimmer, die an 213 Gewässern und in 334 Schwimmbädern im Einsatz waren.
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