Hoffenheims Kapitän Oliver Baumann fordert eine klare Leistungssteigerung.
Swen Pförtner/dpa
Hoffenheims Kapitän Oliver Baumann fordert eine klare Leistungssteigerung.
Fußball-Bundesliga

Hoffenheimer Ernüchterung: «Ekliger werden»

Die TSG 1899 Hoffenheim hat den Saisonstart verpatzt. Zu verbessern gibt es einiges. Die Verantwortlichen benennen die Probleme klar.

Drei Punkte nach vier Spieltagen, Fehlstart in der Europa League: Die TSG 1899 Hoffenheim geht mit einem miesen Gefühl in die knapp dreiwöchige Länderspielpause. «Wir müssen danach knallhart Dinge angehen, damit wir uns verbessern», forderte Torwart und Kapitän Oliver Baumann nach dem 1:3 beim Aufsteiger SC Paderborn. Während die Ostwestfalen ihre ersten Treffer und ihren Premieren-Dreier in der neuen Saison feierten, verließen die Hoffenheimer Profis mit hängenden Köpfen den Rasen.

«Dreckiger und schärfer werden»

«Wir sind zu sorglos unterwegs. So gewinnt man vielleicht mal ein Spiel, aber nicht mehrere», sagte Baumann. «Wir müssen von der Mentalität wieder ekliger, dreckiger und schärfer werden, mit neuer Energie nach der Pause starten», forderte Neu-Nationalspieler Bambasé Conté.

In der Tat war der Auftritt in Paderborn insgesamt viel zu brav. Die Hoffenheimer hatten zwar viel Ballbesitz, konnten damit aber wie schon beim 0:2 bei OFI Kreta in der Europa League nicht viel anfangen. 

Nur in der Phase nach der Pause, als Adam Daghim der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang und die Kraichgauer auf den Ausgleich drängten, schöpfte die TSG ihr Potenzial aus. Der dritte Paderborner Treffer ließ den Schwung aber schnell wieder abebben. «Wir sind aktuell kein Top-Team», gab Wouter Burger unumwunden zu.

Bosse bleiben ruhig

Die nun anstehende Länderspielpause wollen sie in Hoffenheim nutzen, um das Team wieder auf Kurs zu bringen. Aktionistisch werden die Bosse aber nicht. «Ich bin zu 100 Prozent von unserem Weg überzeugt, aber wir müssen ein paar Dinge klar besser machen», sagte Geschäftsführer Andreas Schicker. «Wir haben uns den Start in die Saison natürlich schon anders vorgestellt.»

Dabei wähnten sich die Hoffenheimer nach dem 2:1 im Baden-Württemberg-Duell mit dem VfB Stuttgart auf dem richtigen Weg. Doch dann folgten der blutleere Auftritt auf der Ferieninsel Kreta sowie n die Ernüchterung beim Aufsteiger in Ostwestfalen. «Die Niederlage auf Kreta hat wehgetan und heute ist es uns leider nicht gelungen, das wieder gutzumachen», sagte Schicker. «Jetzt müssen wir durch diese schwierige Phase durch.»

Ilzer muss Lösungen finden

Cheftrainer Christian Ilzer will den Stab über seiner Mannschaft noch nicht brechen. «Es war an sich ein ordentliches Spiel, aber wir machen es uns selbst kaputt mit den Gegentoren», sagte der Österreicher, der die TSG in der vergangenen Saison mit zum Teil begeisterndem Offensiv-Fußball in die Europa League geführt hat. 

Nun muss Ilzer Lösungen finden, dass das an sich mit viel Qualität bestückte Team diese auch abruft. «Wir müssen dahinkommen, dass wir nicht denken, dass eine gute Saison reicht. Es geht darum, dass wir die Leistung bestätigen», sagte Baumann.

Lars Reinefeld, dpa
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