Gesprächsbedarf: Hoffenheims Trainer Christian Ilzer (l.) und Kapitän Oliver Baumann.
Carmen Jaspersen/dpa
Gesprächsbedarf: Hoffenheims Trainer Christian Ilzer (l.) und Kapitän Oliver Baumann.
Fußball-Bundesliga

Hoffenheims nächster Rückschlag: Ilzer ist «nicht bange»

Viele Verletzte und die zweite Niederlage im Norden innerhalb von wenigen Tagen: Die TSG Hoffenheim bringt einfach keine Kontinuität auf den Platz. Was Trainer und Kapitän sagen.

Ein Bonmot hatte Cheftrainer Christian Ilzer auch nach dem nächsten Rückschlag seiner Bundesliga-Profis parat. «Wir sind zwar Hoffenheim, hoffen aber nicht nur», sagte der Österreicher nach der 0:2-Niederlage der TSG bei Werder Bremen. Ein Tief nach einem Zwischenhoch - oder die nächste Krise? Bei den Kraichgauern stellt sich vor der nächsten Europa-League-Herausforderung bei Crystal Palace am Donnerstag genau diese Frage. 

«Ich bin enttäuscht nach den beiden Niederlagen, aber auch stolz auf die Leistung. Mir ist nicht bange um meine Mannschaft», beteuerte Ilzer, dessen Mannschaft unter der Woche beim Zweitligisten Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal geflogen war. «Du kannst auch wachsen an solchen Phasen.»   

 

Die Hoffenheimer hatten Werder-Toptorjäger Niclas Füllkrug zunächst einigermaßen im Griff. Dann aber erzielte der Stürmer in der 57. Minute das 1:0 für die Grün-Weißen und trat damit in die Fußstapfen von Werder-Legende Rudi Völler.

Füllkrug sorgt für den Dosenöffner

Der heutige DFB-Sportdirektor war in der Saison 1982/83 der letzte Bremer, der in sieben Spielen nacheinander traf. Für Füllkrug war es bereits der neunte Saisontreffer. So viele Tore hatte nach acht Spieltagen noch nie ein Bremer geschossen - nicht einmal Völler. 

Neben Füllkrug traf gegen Hoffenheim auch noch Erin Dinkci (82.) vor 39.807 Zuschauern im Weserstadion. Die TSG trauerte vor allem dieser Chance nach: Adam Hlozek hätte die Gäste noch vor der Pause in Führung bringen können, dessen Kopfball kratzte Bremens Amos Pieper jedoch von der Linie. 

Baumann: «Gutes Auswärtsspiel»

Mehr Sorgen als die Niederlage bereiten Ilzer derzeit die vielen Verletzten, laut dem 49-Jährigen sind es derzeit bereits zehn. «Wir hatten einiges zu tun in dieser Woche mit der Niederlage im Pokal und weil wir einige Spieler verloren haben», sagte Torwart und Kapitän Oliver Baumann nach seinem 400. Bundesliga-Spiel für die TSG. 

Vor allem die erneute schwere Verletzung von Valentin Gendrey (Wadenbeinbruch) in Kiel habe alle «geschockt». «Das war nicht einfach, deshalb bin ich stolz, wie wir heute aufgetreten sind. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, uns aber nicht belohnt», erklärte Baumann. «Es war klar, wer das 1:0 macht, der zieht heute das Spiel auf seine Seite. Unsere Situation ist nicht einfach. Es wird uns aber stark machen, wenn wir auf unserem Weg bleiben.»

Kuriosum am Rande: Auch angesichts der Personalprobleme ermöglichte Ilzer mit späten Einwechslungen gleich vier TSG-Talenten ihr Bundesliga-Debüt - Yasin Zor, Jykese Fields, Cajetan Lenz und Valentin Lässig.

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