Mit fünf Tagen Verspätung hat es das Frachtschiff, das wegen des Niedrigwassers zwischenzeitlich auf einer Sandbank festsaß, aus dem Düsseldorfer Hafen geschafft. «Das Schiff ist auf dem Rhein und fährt jetzt bis nach Rotterdam», sagte ein Sprecher des Logistikunternehmens Mosolf der dpa. Das Schiff kam gut voran, laut der Webseite Marine Traffic erreichte es schon wenig später mit knapp zehn Knoten (18 km/h) Duisburg. Das Schiff hat Mercedes-Sprinter an Bord, die aus dem Düsseldorfer Transporter-Werk des Fahrzeugbauers kommen.
Das 135 Meter lange Schiff war am Montag auf eine Sandbank am Ende eines Hafenbeckens aufgefahren. Versuche, es durch eine Ankerwinde und Gewichtsverlagerungen von der Sandbank herunterzubekommen, schlugen fehl. Schlepper durften nicht eingesetzt werden. Frei kam das Frachtschiff erst dank der Hilfe eines anderen Frachtschiffes einen Tag später, das bei der eigenen Ausfahrt aus dem Hafen das Schiff von der Sandbank drückte.
Woran lag der Sandbank-Fauxpas?
Es fuhr zurück in das Hafenbecken. Ein Teil der Sprinter wurde entladen, um das Gewicht zu reduzieren. Nachdem die sehr niedrigen Pegelstände in den vergangenen Tagen zumindest etwas gestiegen sind, kam die Erlaubnis zur Ausfahrt. Die ist nun geglückt.
Nach dem Sandbank-Malheur hatte die Hafenverwaltung angenommen, dass der Kapitän das Gewicht und damit den Tiefgang falsch eingeschätzt habe. Dem widersprach die Logistikfirma Mosolf. Die Firma bemängelte, dass der Hafen nicht ausreichend ausgebaggert sei und das Wasser im Hafen daher zu flach sei. Das Gewicht der Transporter sei ohnehin nicht das große Problem gewesen, die Sprinter seien ein recht leichtes Frachtgut, sagte der für die Dispositionsleitung zuständige Mosolf-Manager Jürgen Richter.
Pegelstand ist noch immer niedrig
Die an Bord befindlichen 160 Transporter hätten es auf nur 390 Tonnen gebracht, die generell zulässige Nutzlast des Frachtschiffes liege hingegen bei 3500 Tonnen. Auf dem Schiff wäre Platz gewesen für 190 Sprinter, man hatte die Ladungsmenge also ohnehin schon reduziert, so Richter. Nachdem das Schiff von der Sandbank frei kam, wurden 50 weitere Sprinter entladen.
Wegen der Trockenheit ist im Rhein derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. Zuletzt ist der Pegelstand auf niedrigem Niveau etwas gestiegen. Lag der Pegelstand am Montag in Düsseldorf noch bei minus neun Zentimetern, so lag er am Samstagmorgen bei minus ein Zentimeter. Mit einer deutlichen Entspannung in den kommenden Tagen ist nicht zu rechnen: Nach nur einem Tag Regen prognostizieren die Meteorologen weitgehend trockene Tage.
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