Vor dem Gebäude der Polizei in Aalen sind die Fahnen aus Trauer auf Halbmast.
Jason Tschepljakow/dpa
Vor dem Gebäude der Polizei in Aalen sind die Fahnen aus Trauer auf Halbmast.
Unfall im Dienst

Polizist stirbt bei Fahrtraining auf dem Hockenheimring

Eigentlich sollte ein Training auf dem Hockenheimring einem Motorradpolizisten mehr Sicherheit geben, dann kommt es zu einem Unfall.

Ein Polizist ist auf dem Hockenheimring mit seinem Dienstmotorrad verunglückt und gestorben. Der Vorfall habe sich nach bisherigen Ermittlungen am Montagabend bei einem dienstlichen Fahrsicherheitstraining ereignet, teilte die Polizei mit. 

Der 53 Jahre alte Beamte des Polizeipräsidiums Aalen sei mit seinem Dienstmotorrad in einer Rechtskurve gestürzt und mit einer Reifenwand kollidiert. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen sei der Mann noch an der Unfallstelle verstorben. Warum der Beamte mit dem Motorrad stürzte, sei noch unklar. 

Innenminister Manuel Hagel (CDU) zeigte sich betroffen von dem Unfall. Er habe mit großer Trauer vom Tod des Kollegen erfahren. «Mein tiefes Mitgefühl gilt der Familie, den Freunden sowie seinen Kollegen. Die gesamte Polizei Baden-Württemberg trauert mit ihnen», sagte Hagel einer Mitteilung zufolge. 

Polizei setzt Flaggen auf Halbmast

Als Zeichen der Anteilnahme seien die Einsatzfahrzeuge der Polizei und die Polizeiboote mit Trauerflor unterwegs. Auch setze man die Flaggen vor den Dienstgebäuden der Polizei auf Halbmast. Auf den Social-Media-Kanälen der Polizei war zudem eine schwarze Binde über den Profilbildern der Präsidien zu sehen. Das Polizeipräsidium Aalen richtete zudem ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen des Polizisten ein.

Bei dem Beamten handelte es sich einem Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen zufolge um einen sehr erfahrenen Motorradfahrer. Der Beamte war laut Polizei zum Zeitpunkt des Unfalls mit drei weiteren Kollegen in einer Vierergruppe unterwegs und stürzte dabei aber ohne Beteiligung anderer Fahrer. Einem Sprecher zufolge können Motorradpolizisten einmal im Jahr an einem solchen Fahrtraining am Hockenheimring teilnehmen.

Ehemaliger Formel 1-Kurs südlich von Mannheim

Der Hockenheimring liegt südlich von Mannheim. Auf der Rennstrecke wurden bis 2019 auch Rennen der Formel 1 ausgetragen. Der Rundkurs ist nach Angaben des Hockenheimrings knapp 4,6 Kilometer lang und hat sechs Linkskurven und elf Rechtskurven. Auf dem Gelände finden auch regelmäßig Konzerte und Festivals statt.

Während der Fußball-EM im Jahr 2024 war in Stuttgart ebenfalls ein Motorradpolizist bei einem Unfall im Dienst ums Leben gekommen. Er hatte mit seinem Motorrad die Eskorte des damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orbán begleitet. Bei der Fahrt war der Beamte von einem Auto erfasst worden.

88 Todesfälle seit 1945

Dass Polizeibeamte im Dienst getötet werden oder tödlich verunglücken, kommt nach Angaben des Innenministeriums relativ selten vor. Seit 1945 seien 88 Fälle erfasst worden, sagte eine Sprecherin. In den letzten zehn Jahren gab es demnach bislang vier Todesfälle. 

2024 starben der von einem Angreifer mit einem Messer verletzte Beamte Rouven Laur in Mannheim und der Motorradpolizist in Stuttgart. Im Dezember 2025 starb ein 37-jähriger Beamter bei einem Unfall mit einem Streifenwagen in Titisee-Neustadt. In diesem Jahr ist der tödliche Unfall am Hockenheimring demnach der bislang erste Fall eines im Dienst getöteten Beamten.

© dpa-infocom, dpa:260623-930-270127/4
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