An mehreren Stellen im Land werden die Grundwasserstände gemessen. (Archivbild)
Marijan Murat/dpa
An mehreren Stellen im Land werden die Grundwasserstände gemessen. (Archivbild)
Grundwasserverhältnisse

So niedrig sind die Grundwasserstände im Südwesten

An jeder fünften Messstelle in Baden-Württemberg sind die Werte so niedrig wie noch nie. Was die Fachleute zur Wasserversorgung sagen - und was sie mit Blick auf die Wettervorhersagen erwarten.

Die Grundwasserverhältnisse im Land sind nach einem extrem trockenen September auf sehr niedrigem Niveau - und eine Besserung ist nicht wirklich in Sicht. An jeder fünften Messstelle sind die Werte laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) so niedrig wie noch nie. 

Selbst bei feuchter Witterung würde der Neubildungsprozess erst in einigen Wochen nach zumindest teilweiser Wiederauffüllung des Bodenwasserspeichers wieder anlaufen können, heißt es im aktuellen Bericht «Grundwasserstände und Quellschüttungen» der LUBW. «Ob diese positive Wendung im Laufe des Oktobers stattfinden wird, ist zurzeit unklar, aber aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen eher unwahrscheinlich.» 

Mancherorts Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung möglich

Die Grundwasserstände dürften daher weiter fallen, die Anzahl der Messstellen mit historisch niedrigen Verhältnissen weiter zunehmen, wie die Fachleute der Karlsruher Behörde weiter erklärten. «Großräumige Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung werden in Baden-Württemberg nicht erwartet, allerdings sind nach wie vor Schwierigkeiten im Hochschwarzwald und anderen Gebieten, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden, möglich.» 

An sechs von zehn Messstellen in Baden-Württemberg seien die Werte unter dem Normalbereich, heißt es in dem Bericht. An jeder dritten Messstelle lägen die aktuellen Grundwasserverhältnisse unter den bisherigen September-Niedrigstwerten der vergangenen 30 Jahre. An 20 Prozent der Messstellen seien sogar die historischen Niedrigstwerte unterschritten - hauptsächlich im Bereich der Schwäbischen Alb, des Hochschwarzwalds und in Oberschwaben. September und Oktober sind in der Regel die Monate mit den niedrigsten Grundwasserverhältnissen, wie Michel Wingering von der LUBW sagte.

Sickerungen zum Grundwasser seien zuletzt im Juni beobachtet worden, heißt es in dem Bericht weiter. «Die Bodenschichten sind seit einigen Wochen bis in Tiefenbereiche weit unterhalb der Wurzelzone komplett ausgetrocknet.»

Was wird bei der Einordnung berücksichtigt?

Die LUBW setzt die aktuelle Situation in Bezug zur bisherigen Entwicklung und erstellt Prognosen. Dabei werden verschiedene Faktoren herangezogen wie die Bodenfeuchte, meteorologische Daten (Temperatur und Niederschläge), historische Extremwerte, der bisherige saisonale gewässerkundliche Jahresverlauf der Messstellen mit statistischen Trendbetrachtungen und Vergleichen, Grundwasserneubildung und Klimaprojektionen.

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