An Autobahntankstellen müssen Autofahrer deutlich tiefer in die Tasche greifen. (Symbolbild)
Philipp von Ditfurth/dpa
An Autobahntankstellen müssen Autofahrer deutlich tiefer in die Tasche greifen. (Symbolbild)
Reisenverkehr

So viel teurer tankt es sich im Südwesten an der Autobahn

Der ADAC hat die Preise aller Straßen- und Autobahntankstellen verglichen und kommt zu einem klaren Ergebnis: Abfahren lohnt sich. Besonders in Baden-Württemberg.

Wer nicht an der Autobahn tankt, sondern hinter der nächsten Ausfahrt, kann in Baden-Württemberg laut ADAC besonders viel sparen. An Autobahntankstellen im Südwesten war Superbenzin der Sorte E10 im Durchschnitt 40 Cent pro Liter teurer, wie der Verkehrsclub mitteilt. Diesel war demnach um 37 Cent pro Liter teurer. 

Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt waren es sowohl bei E10 als auch Diesel 33 Cent pro Liter. Auf einen Tank mit 50 Litern gerechnet sind das 16,50 Euro. In Baden-Württemberg lag die Differenz bei dieser Tankgröße bei 20 Euro (E10) und 18,50 Euro (Diesel). Die Erhebung zeige «ganz deutlich», dass es sich lohne «zum Tanken die Autobahn zu verlassen und eine nahegelegene Tankstelle neben der Autobahn anzusteuern». 

Die bundesweit teuersten Autobahntankstellen waren bei Diesel sogar 47 Cent teuer als der Durchschnitt abseits der Autobahn. Bei Super E10 waren es 44 Cent. Es gab allerdings auch das Gegenteil: Die günstigste Autobahntankstelle verlangte sogar ein paar Cent weniger als der bundesweite Durchschnitt der Straßentankstellen. Bei Ihr handelt es sich laut ADAC aber um einen Sonderfall. 

Große Unterschiede zwischen Bundesländern 

Die Spritpreise unterscheiden sich je nach Bundesland teils deutlich. Das gilt auch für die Preisunterschiede zwischen dem Preis an den dortigen Straßen- und Autobahntankstellen. Den größten Abstand errechnete der ADAC mit 42 Cent bei E10 und 43 Cent bei Diesel in Rheinland-Pfalz. Dahinter folgt Bayern mit 40 Cent bei E10 und 39 bei Diesel sowie Baden-Württemberg mit 40 und 37 Cent. Eng beisammen liegen Sachsen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Dort betragen die Abstände bei E10 zwischen 33 und 36 Cent, bei Diesel zwischen 31 und 37 Cent. 

Geringste Unterschiede im Nordosten 

Hessen hat mit 28 und 29 Cent bereits klar unterdurchschnittliche Abstände, im Saarland sind es 25 Cent bei E10 und 24 bei Diesel, in Thüringen 24 und 23 Cent, in Sachsen-Anhalt je 23. 

Deutlich unterdurchschnittlich sind die Preisabstände dagegen in Brandenburg mit je 17 und in Mecklenburg-Vorpommern mit 17 Cent bei E10 und 16 bei Diesel. Für Berlin und Bremen gibt es keine Daten. 

Viele fahren trotzdem nicht ab 

In einer aktuellen Umfrage des ADAC unter mehr als 1.500 Autofahrern, die die Autobahn benützen, sagte allerdings knapp ein Viertel der Befragten, dass sie ungeachtet der Preisunterschiede nicht zum Tanken von der Autobahn abfahren. 63 Prozent sagten, sie würden dies tun; die allermeisten davon bereits bei Preisdifferenzen bis 20 Cent. 

Der ADAC hat die Preise an Autobahntankstellen und normalen Straßentankstellen schon häufiger verglichen - bisher aber immer nur mit kleineren Stichproben. Nun gibt es erstmals Zahlen für alle 360 Autobahn-Tankstellen und die rund 14.000 Tankstellen in Deutschland. Ausgewertet wurden dabei die Preise im Zeitraum vom 6. bis 19. April - also ohne Tankrabatt, aber bereits mit 12-Uhr-Regel. Der Untersuchungszeitraum war zwar von starken Turbulenzen bei den Spritpreisen geprägt. Am grundsätzlichen Ergebnis ändere das aber nichts, heißt es vom ADAC.

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