Sohn in Klinik vergiftet? Mutter weist Vorwürfe zurück
Weil sie laut Anklage Aufmerksamkeit haben wollte, soll eine junge Mutter ihrem Frühgeborenen auf einer Intensivstation eine Überdosis Koffein verabreicht haben. Was sagt sie selbst dazu?
Weil sie laut Anklage Aufmerksamkeit haben wollte, soll eine junge Mutter ihrem Frühgeborenen auf einer Intensivstation eine Überdosis Koffein verabreicht haben. Was sagt sie selbst dazu?
Eine junge Mutter soll ihr einen Monat altes Baby auf einer Intensivstation vergiftet haben - im Prozess am Landgericht Tübingen hat die Angeklagte die Vorwürfe zurückgewiesen. Auf die Frage ihrer Verteidigerin, ob sie versucht habe, ihr Kind zu töten, sagte die 25-Jährige unter Tränen «Nein».
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau aus dem Landkreis Reutlingen versuchten Mord vor. Sie soll den Ermittlungen zufolge ihrem frühgeborenen Sohn, der in Tübingen auf einer Intensivstation versorgt wurde, heimlich eine Überdosis Koffein verabreicht haben. Dadurch sei der Säugling mehrere Tage in einem lebensbedrohlichen Zustand gewesen. Zu Beginn sei unklar gewesen, ob der Junge die Überdosis überleben würde, sagte der Staatsanwalt bei Verlesung der Anklage.
Staatsanwalt: Frau wollte mehr Aufmerksamkeit
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau die Tat begangen hat, um mehr Aufmerksamkeit für sich selbst zu bekommen. Sie habe die Versorgung des Kindes auf der Intensivstation sehr genossen und habe gehofft, dass eine Verschlechterung des Zustands des Jungen den Blick erneut auf die Mutter und das Kind richten würde, so der Staatsanwalt.
Einen ähnlichen Fall hatte es im vergangenen Jahr in Heidelberg gegeben. Dort war eine 26 Jahre alte Mutter zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihrer dreijährigen Tochter mehrfach über einen Venenzugang Keime gespritzt haben soll. Ein Sachverständiger vermutete in dem Fall das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Eltern, die diese Störung haben, machen ihre Kinder absichtlich krank, um Anerkennung zu bekommen und sich selbst als aufopferungsvolle Menschen darzustellen.
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