Stillgestanden war gestern – Soldaten wieder in Sigmaringen
Zwölf Jahre lang war die Kaserne ohne Soldaten. Jetzt feiert die Bundeswehr ihr Comeback. Doch auf dem Gelände wohnen derzeit noch hunderte Geflüchtete. Wie geht es für sie weiter?
Zwölf Jahre lang war die Kaserne ohne Soldaten. Jetzt feiert die Bundeswehr ihr Comeback. Doch auf dem Gelände wohnen derzeit noch hunderte Geflüchtete. Wie geht es für sie weiter?
Jahrelang war keine Spur von Militär in der Graf-Stauffenberg-Kaserne – jetzt kehrt die Bundeswehr nach Sigmaringen zurück. Mit einer politischen Absichtserklärung ist der Weg für das Comeback der Soldaten frei. Schon an diesem Donnerstag (1. Oktober) soll die ehemalige Kaserne reaktiviert werden.
Vertreter des Verteidigungsministeriums, der Stadt Sigmaringen, des baden-württembergischen Justizministeriums sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben legten in der Erklärung nun die Grundlage fest, auf der die Wiedernutzung der Liegenschaft erfolgen soll.
Auf dem Areal der früheren Kaserne ist noch eine Landeserstaufnahmestelle (LEA). Wie der Bürgermeister der Stadt Sigmaringen, Marcus Ehm (CDU), mitteilte, bleibt die LEA wohl bis mindestens Ende des Jahres. Der Justizminister von Baden-Württemberg, Moritz Oppelt (CDU), habe bei der Veranstaltung gesagt: «Für das Land Baden-Württemberg hat der Aufwuchs der Bundeswehr Priorität eins.» Solange die vollständige Liegenschaft nicht vom Militär gebraucht werde, werde die LEA dort weiter betrieben. Die durchschnittliche Belegung der Einrichtung liegt in diesem Jahr laut dem Justizministerium bei rund 300 Personen.
Das für die Bundeswehr interessante Gesamtareal umfasst das Kasernengelände einschließlich des früheren Standortübungsplatzes. Um Platz zu schaffen für die Ausbildung von Soldaten, wurden an bundesweit fünf Standorten vorbereitende Schritte in die Wege geleitet – darunter auch in Sigmaringen.
Der letzte Soldat verließ 2014 die Graf-Stauffenberg-Kaserne. Bevor die Kaserne geschlossen wurde, gab es in Sigmaringen zwischen 2.500 und 3.000 Dienstposten.
Wegen der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr hatte das Verteidigungsministerium bereits im Herbst 2025 die Umwandlung ehemaliger Militärstandorte ausgesetzt. Für fünf der Liegenschaften, die die Bundeswehr im Juli grundsätzlich als geeignet erklärt hatte, wurden weitere Schritte eingeleitet. Diese ehemaligen Kasernen samt der zugehörigen Übungsplätze sollen nehmen dem Standort Sigmaringen für die neuen Wehrdienstleistenden vorbereitet werden:
- Unteroffizier-Krüger-Kaserne in Kusel (Rheinland-Pfalz)
- Kurpfalz-Kaserne in Speyer (Rheinland-Pfalz)
- Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (Nordrhein-Westfalen)
- US-Kasernengelände Ray Barracks in Friedberg (Hessen)
Alle Liegenschaften sollen laut dem Verteidigungsministerium dem Heer zugeordnet werden.
Seit 1. Januar gilt der neue freiwillige Wehrdienst
Das Gesetz für den neuen Wehrdienst auf freiwilliger Basis war am 1. Januar in Kraft getreten. Alle Männer und Frauen, die volljährig werden, erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig.
Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals 2026 waren es rund 185.000. Zudem soll es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden.
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