Das Strafverfahren rund um die Pleite von Baden-Württembergs höchstem unvollendeten Wohngebäude - dem Schwabenlandtower in Fellbach - ist vorläufig eingestellt worden. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart mit. Die beiden Angeklagten sollen jeweils 20.000 Euro an mehrere gemeinnützige Einrichtungen zahlen, die Staatsanwaltschaft habe der Einstellung daraufhin zugestimmt.
Zu den Gründen äußerte sich der Sprecher nicht. Das Verfahren sei vorläufig eingestellt worden, weil die Geldauflage noch bezahlt werden müsse. (Az.: 11 Kls 158Js86054/18)
Den beiden Angeklagten, Vater und Sohn, war Insolvenzverschleppung und Marktmanipulation zur Last gelegt worden. Sie standen fast zehn Jahre nach der Insolvenz seit Ende April dieses Jahres vor Gericht.
Direkt zum Prozessbeginn hatte sich bereits ein schnelles Ende des Gerichtsverfahrens angedeutet. Der Vorsitzende Richter hatte nach der Verlesung der Anklage Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung angekündigt. Hintergrund sei unter anderem die lange Verfahrensdauer gewesen. Die Ermittlungen hatten sich über Jahre hingezogen, und auch bei Gericht lagen die Akten zunächst, ohne dass der Komplex zur Verhandlung kam.
Baustelle steht seit Jahren still
Die Bauruine ist eine sichtbare Landmarke. Der Schwabenlandtower weist eine unrühmliche, jahrelange Geschichte aus Pleiten und Versprechungen auf. 2014 erfolgte der Baustart des damals noch Gewa-Tower genannten Hochhauses mit 66 hochwertigen Wohnungen, Geschäftsräumen und einem Hotel. Nach der Insolvenz der zuletzt angeklagten ersten Bauherren begann die jahrelange Hängepartie.
Der neue Eigentümer verordnete dem Bau ein neues Konzept. Er begann dann zwischenzeitlich damit, die geplanten Luxusappartements in kleinere, preiswertere Mietwohnungen umzuwandeln. Doch seit Jahren ruht die Baustelle wieder. Neue Eigentümer folgten.
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