Der 28-Jährige steht unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. (Archivfoto)
Claudia Wagner/dpa
Der 28-Jährige steht unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. (Archivfoto)
Zeugnisse im Internet bestellt

Urteil im Prozess gegen falschen Schönheitsarzt erwartet

Er täuschte ein Medizinstudium vor, holte sich gefälschte Zeugnisse und behandelte laut Anklage Hunderte Menschen in einer Schönheitspraxis. Nun könnte das Urteil gegen den falschen Arzt fallen.

Im Prozess gegen einen 28-Jährigen, der sich als Arzt ausgegeben und Hunderte Menschen in einer Schönheitspraxis behandelt haben soll, könnte heute das Urteil fallen. Zuvor soll noch ein Gutachter (ab 9.00 Uhr) gehört werden, außerdem stehen die Plädoyers aus. Dem Mann werden Urkundenfälschung, Betrug und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der gelernte Rettungssanitäter hatte gestanden, ein Medizinstudium vorgetäuscht und sich mit gefälschten Zeugnissen sowie einer Approbationsurkunde eine Stelle in einer Konstanzer Schönheitspraxis erschlichen zu haben. Die Dokumente habe er über einen chinesischen Anbieter im Internet gekauft, sagte er zu Prozessbeginn.

Laut Anklage behandelte der Mann rund 475 Menschen. Patienten klagten danach unter anderem über Krämpfe, verschwommene Sicht, Kiefer- und Kopfschmerzen sowie Taubheitsgefühle im Gesicht. In einem Fall sei ein Teil einer Spritze abgebrochen, in einem anderen habe der Angeklagte versehentlich die Lippe einer Patientin durchstochen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Praxis gehört bekannten Influencern 

Die Praxis gehört zu einer Kette der zwei bekannten Ärzte und Influencer «Dr. Rick und Dr. Nick». Auf Instagram und TikTok sagten Henrik Heüveldop («Dr. Rick») und Dominik Bettray («Dr. Nick»), sie seien wie ihre Patienten von dem Mann getäuscht worden. 

Der 28-Jährige erklärte, er habe seinem Umfeld aus Anerkennungsbedürfnis ein Medizinstudium vorgespielt. Während der Corona-Pandemie habe er das angebliche Studium mit Präsenzveranstaltungen und Online-Vorlesungen vorgetäuscht. Das sei zu der Zeit nicht schwierig gewesen.

Seit April sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Er war bereits in Braunschweig mit einem ähnlichen Betrug aufgefallen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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