Misha Kaufmann geht in seine zweite Saison mit dem TVB Stuttgart. (Archivbild)
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Misha Kaufmann geht in seine zweite Saison mit dem TVB Stuttgart. (Archivbild)
Handball-Bundesliga startet

Vision mit dem TVB - Kaufmann möchte weit mehr als Top Ten

Für den TVB Stuttgart beginnt am Freitag die Saison in der Handball-Bundesliga. Trainer Misha Kaufmann setzt sich langfristig mit dem Verein Ziele, die unmöglich zu erreichen scheinen.

Misha Kaufmann denkt groß. Auch als Trainer eines Bundesliga-Außenseiters wie dem TVB Stuttgart. Als Tabellen-12. schloss der TVB die vergangene Saison ab - die erste unter dem Schweizer. Im Jahr zuvor hatten die Schwaben nur knapp den Abstieg vermieden. 

Doch auf längere Sicht soll das ganz anders aussehen. Es solle «ganz nach oben» gehen, sagte Kaufmann der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonstart in der Handball-Bundesliga. «Wir wollen den Verein an die Spitze entwickeln.» Bis 2030 hat der 42-Jährige seinen Vertrag vor zwei Wochen vorzeitig verlängert, um eine «gemeinsame Vision» zu verfolgen und nachhaltig etwas aufzubauen.

Kaufmann glaubt ans Unmögliche

Man glaube an das, was in diesem Moment noch das Unmögliche sei, erklärte Kaufmann. Für viele Leute sei es unvorstellbar, «dass Stuttgart jemals um Titel spielen kann». Für ihn sei es das nicht. «Man sagt immer, es bleibt so lange unmöglich, bis einer kommt und es tut.» Dass seine Ziele ambitioniert seien, sei ihm bewusst.

Am Freitag (19.00 Uhr) geht es für den TVB gegen den Bergischen HC wieder los. Die Favoritenrolle in der Handball-Bundesliga liegt klar beim Meister SC Magdeburg. Der TVB hat sich kurzfristig einen Platz unter den besten Zehn zum Ziel gesetzt. In den vergangenen Jahren war auch dies nicht machbar.

Kaufmanns Kindheitstraum erfüllt sich mit Eisenach

Im Oktober 2021 war Kaufmann von HSC Suhr Aarau als Trainer nach Deutschland gewechselt und übernahm den Zweitligisten ThSV Eisenach. 2023 führte er die Thüringer in die Bundesliga und zum Klassenverbleib. Mit dem Bundesliga-Job erfüllte sich Kaufmann einen Kindheitstraum. Auch dieses Ziel sei einst «weit, ganz weit weg» gewesen, als er noch U17-Trainer in Aarau gewesen sei. Als Spieler hatte er sich den Wunsch vom Wechsel in die Bundesliga nicht erfüllen können. 

Wie Häfner auf die Zusammenarbeit mit Kaufmann blickt

Routinier Kai Häfner (37) macht es nach eigenen Worten Spaß, beim TVB unter dem Schweizer zu arbeiten. «Weil er einfach so viele neue Dinge reinbringt, Ideen hat. Das ist wirklich inspirierend und ansteckend», begründete der Olympia-Zweite von 2024. Kaufmanns Energie beeindrucke ihn. «Er ist unser Motor. Er hat den ganzen Verein und die Mannschaft, glaube ich, sehr, sehr gut vorangetrieben», sagte der 37-Jährige. 

Mit seiner Taktik, auf vier statt drei Rückraumspieler zu setzen, macht Kaufmann von sich reden. Inzwischen wird sie auch von anderen Clubs als Variante manchmal eingesetzt. Die Strategie sei schon eine Umstellung gewesen, an die man sich gewöhnen müsse, räumte Häfner ein. 

Er wolle «kein Erfinder sein», wiegelte Kaufmann ab. Was ihn antreibe, sei der Wille nach Erfolg. «Und wenn das irgendwann mal nicht mehr erfolgreich ist, dann bin ich auch wieder der Erste, der das ändert.» 

Dass Platz zwölf für den TVB Stuttgart schon super sei, würden genug Leute sagen. «Ich bin einer, der glaubt daran, dass ich einen Stern vom Himmel greifen kann.» Handball-Ikone Stefan Kretzschmar tippte in der «Bild»-Zeitung, dass der TVB die Saison auf Platz sieben beenden werde.

Von Kristina Puck, dpa
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