Was Autofahrer zur Blitzerwoche im Südwesten wissen müssen
Es ist wieder Blitzer-Marathon im Südwesten: Wer nächste Woche zu schnell fährt, riskiert Bußgelder und sogar Fahrverbot. Wo es besonders teuer wird und was das alles bringen soll.
Es ist wieder Blitzer-Marathon im Südwesten: Wer nächste Woche zu schnell fährt, riskiert Bußgelder und sogar Fahrverbot. Wo es besonders teuer wird und was das alles bringen soll.
Das kennt doch jeder: Da hat man kurz nicht aufgepasst, fährt viel zu schnell in den Ort rein und plötzlich sieht man diesen Lichtblitz. Mist, stand da etwa gerade ein Blitzer? Das könnten sich nächste Woche vermehrt Autofahrer denken, denn von Montag (13.4.) bis Sonntag kommender Woche (19.4) wird bundesweit noch stärker als sonst beim Tempo kontrolliert. Auch Baden-Württemberg beteiligt sich. Die sogenannte Speedweek soll Rasern zeigen, wie gefährlich ihr Verhalten ist. Was bedeutet das für Autofahrer? Und welche Strafen drohen bei Verstößen?
Ein Überblick:
Was passiert im Südwesten?
In Baden-Württemberg wird von Montag bis Freitag verstärkt ein Fokus auf Geschwindigkeitsüberwachung gelegt, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Höhepunkt der Aktionswoche soll am Mittwoch der sogenannte Speedmarathon sein. Mit Laserhandmessgeräten, Geschwindigkeitsgroßmessgeräten, Videofahrzeugen und Blitzer-Anhängern wollen Polizei und Kommunen dann die Temposünder erwischen.
Wo soll geblitzt werden?
Dazu wo möglicherweise geblitzt wird, äußerte sich das Innenministerium nicht. Der ADAC schreibt auf seiner Internetseite, dass sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerorts geblitzt werden soll. Außerdem könnten Blitzer an unfallträchtigen Streckenabschnitten oder in Gebieten mit besonderer Gefährdungslage - vor Schulen, Altenheimen, an Krankenhäusern oder Baustellen - aufgestellt werden.
Warum gibt es die Speedweek?
Ziel des Blitzermarathons sei, die Menschen für die Gefahr von überhöhten Geschwindigkeiten zu sensibilisieren. Laut dem Innenministerium ist überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer Eins bei schweren und tödlichen Verkehrsunfällen. «Leider stirbt jeden Tag ein Mensch auf baden-württembergischen Straßen - und die Hauptursache ist überhöhte Geschwindigkeit», erklärt Innenminister Thomas Strobl (CDU).
Europaweit findet jedes Jahr im April und im August eine solche Geschwindigkeitskontrollwoche statt.
Wie effizient ist die Maßnahme?
Beim letzten Blitzermarathon im Südwesten wurden insgesamt 66.585 Verstöße festgestellt. Fast 800 Menschen mussten laut Innenministerium danach ihren Führerschein zeitweise abgeben. Das Innenministerium macht aber keine Angaben dazu, für wie wirkungsvoll man die Speedweek hält.
Ein Sprecher des ADAC erklärt, dass solche Blitzer-Aktionswochen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisteten. Sie machten den Menschen die Risiken von zu schnellem Fahren bewusst. Der Sprecher stellt aber auch klar: «Eine solche Woche alleine schafft jedoch nicht sofort alle Risiken im Straßenverkehr dauerhaft aus der Welt.» Wichtiger sei, dass alle stets aufmerksam und achtsam im Straßenverkehr unterwegs seien.
Was droht, wenn man doch geblitzt wird?
Wer mit zu hohem Tempo erwischt wird, muss mit erheblichen Strafen rechnen. Das Bußgeld richtet sich dem ADAC zufolge nach dem Ausmaß der Überschreitung und dem Ort des Verstoßes – innerorts sind die Sanktionen in der Regel höher als außerorts. Bereits ab 16 Kilometern pro Stunde zu schnell drohen mindestens 70 Euro Bußgeld. Ab 26 km/h innerorts sind es 180 Euro, ein Punkt und bei Wiederholungstätern sogar Fahrverbot.
Bei sehr hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen – etwa ab 51 Kilometern pro Stunde innerorts – werden 560 Euro fällig. Zudem verhängt werden zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot. Wenn zum Beispiel andere Menschen gefährdet werden, kommen strafrechtliche Konsequenzen hinzu. Genauere Informationen gibt es beim ADAC-Bußgeldrechner.
Von Jennifer Kramer, dpa
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