Seit der Ernennung von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten ist Flavia Zaka «First Lady». (Archivbild)
Marijan Murat/dpa
Seit der Ernennung von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten ist Flavia Zaka «First Lady». (Archivbild)
Rummel und Blitzlichtgewitter

Was Flavia Zaka nach 100 Tagen als «First Lady» berichtet

Die 40-Jährige spricht darüber, welche Erfahrungen sie seit dem Regierungswechsel gemacht hat, was sie Überwindung kostet und dass sie manchmal als «Frau Özdemir» angesprochen wird.

Nach 100 Tagen als «First Lady» hat sich Flavia Zaka an den Rummel und das Blitzlichtgewitter bei öffentlichen Auftritten gewöhnt. «Die mediale Aufmerksamkeit war eine Umstellung für mich und zu Anfang gewiss nicht einfach. Hier musste ich für mich einen persönlichen Weg finden», sagte die Ehefrau von Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) dem «Südkurier». Der öffentliche Auftritt sei ihr «charakterlich eher nicht in die Wiege gelegt» worden.

Sie habe sehr gerne Menschen um sich und schätze das Miteinander, sagte die 40-Jährige. «Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mich in neun von zehn Situationen dafür entscheiden, nicht vor Kameras zu stehen.»

Anfangs habe sie versucht, stets kontrolliert zu bleiben - etwa nicht laut zu lachen, wenn Kameras oder Journalisten in der Nähe waren. Inzwischen erlaube sie sich, Freude und Gefühle zu zeigen, obwohl sie unter Beobachtung stehe.

Privileg, Baden-Württemberg auf so intensive Weise kennenzulernen

Zaka und Özdemir hatten wenige Wochen vor der Landtagswahl geheiratet, getraut von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Die Juristin aus Kanada hat ihren Mann schon bei diversen Terminen begleitet. 

«Es ist ein großes Privileg, Baden-Württemberg auf eine so intensive Weise kennenzulernen», sagte sie. «Es war vor allem eine Zeit des Zuhörens und Lernens: das Staatsministerium kennenzulernen, das Land kennenzulernen und aufmerksam wahrzunehmen, welche Themen vielleicht mehr Sichtbarkeit brauchen.»

Warum sie nicht «Frau Özdemir» sein will

Und sie habe eine überraschende Erfahrung gemacht: «Bei manchen Terminen mit Cem wurde ich nicht mit meinem Namen angesprochen, sondern als Frau Özdemir.» Obwohl sie sich als Flavia Zaka vorgestellt habe. «Ich mag den Namen Özdemir und bin sehr stolz darauf, seine Frau zu sein», sagte die 40-Jährige. «Aber ich denke, es ist richtig, sich bewusst zu machen, dass wir zwei unabhängige Persönlichkeiten sind.»

Im Herbst will sie dem Bericht zufolge konkret werden, wie sie es künftig mit eigener Berufstätigkeit und Ehrenamt handhaben möchte. Anfragen an die «First Lady» für Engagements und Schirmherrschaften gebe es reichlich. Besonders am Herzen liegen ihr den Angaben nach die Themen psychische Gesundheit und Sucht - Felder, auf denen sie schon früher engagiert war.

© dpa-infocom, dpa:260820-930-559808/1
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

PURPLE DISCO MACHINE & SOPHIE AND THE GIANTS mit IN THE DARK

RADIO REGENBOGEN

RADIO REGENBOGEN


Es läuft:
PURPLE DISCO MACHINE & SOPHIE AND THE GIANTS mit IN THE DARK