Was haben die Händler davon?
Für Händler und Kunden sind die Apps eine Art Tauschgeschäft. Angemeldete Kunden erhalten vielfach exklusive Vorteile. Im Gegenzug gewinnen die Händler – im besten Fall – treuere Kunden sowie deren Daten. So können sie das Kaufverhalten besser analysieren, die Zielgruppen gezielter ansprechen und womöglich auch Kaufentscheidungen beeinflussen. Händler wie Lidl und Rewe kennen ihre Kunden aus Sicht von Branchenexperten deshalb womöglich besser als Aldi.
Die Bonusprogramme seien im Alltag fest etabliert, sagt Andreas Riekötter vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln. Er erkennt jedoch Anzeichen einer gewissen Sättigung: «Die meisten Menschen möchten nicht 10 oder 20 verschiedene Apps verwalten, um Rabatte zu sammeln.»
Laut einer IFH-Analyse ist zudem fraglich, ob die Apps die Kundenbindung nachhaltig stärken. Nutzer haben demnach im Schnitt 4,2 Apps von Händlern installiert. Riekötter zufolge wechseln viele für die besten Vorteile oft zwischen den Apps hin und her. «Für den Kunden zählt am Ende häufig der beste Preis und nicht die Zugehörigkeit zu einem einzelnen Treueprogramm.»
Wie viele Menschen nutzen die Apps?
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov nutzen drei von vier Menschen in Deutschland Rabatt-Apps von Händlern wie Rewe, Lidl oder Penny. Jeder Zweite macht dies sogar mindestens einmal die Woche.
24 Prozent verwenden die Apps nicht, ein Drittel von ihnen kann sich eine Nutzung aber vorstellen. YouGov hat vom 28. bis 31. August 2.040 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland zum Thema befragt.
Wie werden Rabatt-Apps bewertet?
Die Apps werden laut Umfrage aus unterschiedlichen Gründen verwendet. 93 Prozent der Nutzer geben an, damit beim Einkauf Geld zu sparen. Für 86 Prozent erleichtern sie die Suche nach aktuellen Angeboten und Rabatten. 72 Prozent sagen, die Apps bieten ihnen individuelle und für sie relevante Angebote. 56 Prozent der Befragten zufolge helfen sie ihnen, den Einkauf besser zu planen.
Unter allen Befragten sehen viele die Apps jedoch kritisch. 55 Prozent halten es für unfair, dass die Rabatte nur angemeldeten Nutzern angeboten werden. Jeder Zweite hat Bedenken wegen des Datenschutzes und der Nutzung persönlicher Daten. Für 47 Prozent ist der Aufwand zu hoch. 46 Prozent empfinden die Benachrichtigungen oder Werbehinweise als störend. Für 29 Prozent ist die Bedienung zu kompliziert und unübersichtlich.
Von Christian Rothenberg, dpa
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