Weitere Straftäter nach Afghanistan abgeschoben
Einige von ihnen wurden wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, andere wegen Drogen-Handels: Zehn Afghanen, die in Baden-Württemberg lebten, wurden in ihr Heimatland abgeschoben.
Einige von ihnen wurden wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, andere wegen Drogen-Handels: Zehn Afghanen, die in Baden-Württemberg lebten, wurden in ihr Heimatland abgeschoben.
Zehn weitere Straftäter aus Baden-Württemberg sind mit einem Charterflugzeug der Bundespolizei in ihr Heimatland Afghanistan abgeschoben worden. Sie seien vor allem wegen Körperverletzungsdelikten und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt worden, teilte das Ministerium für Migration mit. Einer der Männer wurde wegen unerlaubten Handels mit Drogen verurteilt, ein anderer wegen sexuellen Missbrauchs, wie es weiter hieß.
Drei der Afghanen wurden den Angaben zufolge direkt aus Strafhaft heraus abgeschoben, fünf aus der Abschiebungshafteinrichtung in Pforzheim. Die anderen beiden wurden von Polizisten festgenommen. Für die Abgeschobenen im Alter zwischen 19 und 49 Jahren bestehen Einreiseverbote für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten.
Im laufenden Jahr seien damit bereits insgesamt 34 Straftäter aus Baden-Württemberg in ihr Heimatland Afghanistan abgeschoben worden, teilte das Ministerium mit.
Kurzfristig zwei weitere Straftäter zum Flughafen gebracht
Die Zahl der Straftäter aus dem Bundesland, die zu Abschiebeflügen nach Afghanistan gebracht werden, übersteige grundsätzlich die Zahl der Plätze, die Baden-Württemberg zustehen, sagte Staatssekretär Siegfried Lorek (CDU). «Auch dieses Mal wieder: Eigentlich waren für Baden-Württemberg nur acht Personen vorgesehen.» Weil aber kurzfristig Plätze ungenutzt blieben, konnten zwei weitere ausreisepflichtige Straftäter, die die Polizei kurz vorher festgenommen und zum Flughafen gebracht hat, auch noch abgeschoben werden.
So werde vermieden, dass die knappen Kapazitäten in den Abschiebeflügen nach Afghanistan ungenutzt blieben, sagte Lorek. In dem Flugzeug wurden insgesamt 40 verurteilte Straftäter aus zehn Bundesländern nach Afghanistan gebracht. Es startete am Flughafen Leipzig/Halle.
Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan
Insbesondere Abschiebungen nach Afghanistan stehen immer wieder in der Kritik. Erst am vergangenen Woche demonstrierten bundesweit an mehreren Flughäfen hunderte Menschen gegen Abschiebungen. Afghanistan steckt derzeit in einer schweren humanitären Krise. Die Unterernährung habe ein bislang nicht dagewesenes Ausmaß erreicht, warnte zuletzt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Lediglich etwa 33 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung haben nach Angaben der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) einen Job.
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