Zwischenfall bei Friedens-Demo: Vermummte gegen BSW-Rednerin
Hunderte Organisationen rufen zu einer Friedenskundgebung auf. In Stuttgart demonstrieren weniger Menschen als erwartet. Die Polizei muss eine BSW-Politikerin schützen.
Hunderte Organisationen rufen zu einer Friedenskundgebung auf. In Stuttgart demonstrieren weniger Menschen als erwartet. Die Polizei muss eine BSW-Politikerin schützen.
Bei der Stuttgarter Demonstration unter dem Motto «Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!» ist die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen bei ihrer Rede angegangen worden. Vermummte Demonstrierende hatten die ehemalige Bundestagsabgeordnete und das Mitglied des BSW-Bundesvorstands auf dem Schloßplatz zunächst mit Sprechhören und Buhrufen gestört. Als ein Vermummter dann die Bühne betrat und auf Dagdelen zuging, schritt die Polizei ein und nahm den Mann fest.
Dagdelen fühlte sich bedroht - drei Festnahmen
«Es wirkte schon bedrohlich», sagte Dagdelen der «Stuttgarter Zeitung». Andere Vermummte, augenscheinlich aus dem Antifa-Spektrum, solidarisierten sich mit dem Festgenommenen. Daraufhin drängte die Polizei die Menschen zurück und setzte dabei nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstock ein.
Insgesamt gab es im Zusammenhang mit den Störungen drei Festnahmen. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen. Nach dem Zwischenfall endete die Kundgebung nach Polizeiangaben friedlich.
Tausende Menschen hatten Polizeiangaben zufolge in Stuttgart demonstriert. Zu ihren Forderungen zählten unter anderem ein Stopp aller Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen und stattdessen höhere Ausgaben im Sozialbereich. Weitere Forderung war, alle US-Militärstützpunkte in Deutschland zu schließen und die US-Atomwaffen hierzulande abzuziehen.
Die Veranstalter sprachen in einer Pressemitteilung von 15.000 Teilnehmern. Angemeldet hatten sie rund 10.000. Auf dem Schlossplatz befanden sich nach Augenschein eines dpa-Reporters Menschen im unteren bis mittleren Tausender-Bereich. Neben den Reden gab es auch ein Video-Grußwort von Margot Käßmann, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Zu der Veranstaltung hatte ein Bündnis aus rund 300 Organisationen aufgerufen – darunter unter anderem Friedens- und Anti-Kriegsgruppen, die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, das Bündnis gegen Wehrpflicht sowie vereinzelte Ortsgruppen der Gewerkschaft Verdi.
© dpa-infocom, dpa:261004-930-787077/1
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